Rosa Räume

by Marianne Kohler Nizamuddin, 20. Februar 2018

Die berühmte Stil-Ikone und Vogue-Moderedaktorin Diane Vreeland sagte einst: «Pink ist das Marineblau Indiens.» Sie hat sich natürlich auf die Mode bezogen. Pink wurde im Westen zwar nie zum Klassiker aber eine Lieblingsfarbe der Modemacher, der Exzentriker, der Stars und der Girlie-Industrie. Pink oder Rosa können aber mehr, vor allem im Interiorbereich. Da sind sie ein starkes Statement, eine Farbe, die positiv wirkt und viel Stil hat. Sehen Sie selbst:

Rosa ist nicht kitschig

Keine Farbe ist an sich kitschig, nur ihre Anwendung kann das bewirken oder verhindern. Hier sind alle Wände dieses Zimmer mutig in starkem Rosa gestrichen. Die Möbel aber und die Wohnaccessoires sind natürlich und unkompliziert. Da keine anderen Pastelltöne und keine verspielten Formen dazu kombiniert sind, wirkt hier Rosa einfach nur stark. Bild über: Apartmentdreams.

Rosa weckt auf

Keine andere Farbe bringt so viel Energie in den Wohnbereich wie Pink. Es hat eine ähnliche Signalwirkung wie Rot aber nicht dessen Aggressivität. Es wirkt so intensiv wie Gelb, ist aber viel kühler und Rosa schafft es, dass alles davor viel stärker zur Geltung kommt. Bild über: Solid Frog.

Rosa beweist Mut

Dieser Raum zeigt deutlich, was Diane Vreeland mit ihrem Zitat meinte. Starkes Rosa weckt Assoziationen an Indien, denn dort wird es so selbstverständlich eingesetzt, wie bei uns die Klassiker und Naturfarben. Dieser klassische Raum wird zum starken Stil-Statement durch die ungewohnte, starke Farbe und bekommt auch etwas Orientalisches, Exotisches, Fremdes. Bild über: Solid Frog.

Rosa gibt Wärme

Hier ist nochmals derselbe Raum wie auf dem ersten Bild zu sehen, nur aus einer anderen Perspektive. Wären hier die Wände weiss geblieben, würde der Raum viel kühler wirken. Rosa hat ihn warm und wohnlich gemacht. Mehr noch: Es lässt Alltägliches als etwas ganz Besonderes wirken. Bild über: Denise at Home.

Rosa besänftigt

Eine farbige Wand hilft praktisch immer, einem Raum mehr Gehalt, Tiefe und Stil zu geben. Rosa ist auch eine sanfte Farbe und beruhigt. Perfekt also für Arbeitszimmer, Schlafräume, Kinderzimmer. Bild über: Interiors Porn.

Rosa hat Humor

Es passt durchaus in eine supercoole Umgebung, mit wenig anderen Farben und reduzierter Einrichtung. Es bricht die Strenge, sorgt für Weiblichkeit, kokettiert und bringt Charme ins Haus. Bild über: Interiors Porn.

Rosa bleibt der Liebling der Modedesigner

Der englische Modemacher Paul Smith hat seine Boutique an der Melrose Avenue in Los Angeles unübersehbar gemacht – mit Pink natürlich! Paul Smith Melrose-Boutique.

Rosa kann schockieren

Das dachte sich Elsa Schiaparelli, die avantgardistische Konkurrentin von Coco Chanel und machte die leuchtende Farbe zu ihrem Markenzeichen. Die Modemacherin, die in den 20er Jahren bekannt wurde, liebäugelte mit dem Surrealismus, hat Kleider mit Hummermotiv entworfen und Hüten die Formen von Schuhen oder Telefonen gegeben. Und sie hat ihr Parfüm «Shocking Pink» getauft.

Designer lassen Pink einziehen

Der Modemacher Matthew Williamson liebt starke Farben nicht nur für seine Kollektionen auf dem Laufsteg, sondern richtet sich auch damit ein. Seine Wohnung ist somit auch der Liebling aller Interior-Magazine. (Bild: Elle Decoration.

Bildercredits: 

Elle DecorationPaul Smith Melrose-BoutiqueInteriors PornDenise at Home,Solid Frog,Apartmentdreams,

Elsie de Wolfe, die erste professionelle Interior-Designerin

by Marianne Kohler Nizamuddin, 18. Februar 2018

In einer Zeit, in der die Zeitschriften voll mit Starlooks sind, lohnt es sich, wieder mal die echten Stilikonen anzuschauen. Sie haben uns zu viel mehr inspiriert, als nur zum Kauf einer neuen «It-Handtasche». Mit ihrem Stil, ihrer Lebensart und ihrem Geschmack haben sie sich unsterblich gemacht und waren Vorbereiter für vieles, das heute ganz selbstverständlich ist.

Elsie de Wolfe (1865 – 1950) war die erste Frau, die Interiordesign zum Beruf machte. Zuerst aber war sie Schauspielerin. Erst mit 40 Jahren machte sie ihr Hobby zum Beruf und wurde die erste professionelle amerikanische Interiordesignerin des 20. Jahrhunderts. Ihr Markenzeichen war die Vertreibung der dunklen, düsteren, viktorianischen Einrichtungen, ihr Motto: «Ich glaube an viel Optimismus und weisse Farbe.» Über 30 Jahre lebte sie mit einer Frau zusammen, heiratete mit 61 einen Aristokraten und wurde zu Lady Mendl. Mit Stil und Körperbewusstsein hat sie mangelnde Schönheit wettgemacht und bis ins hohe Alter jeden Tag den Kopfstand geübt. Sie gehörte zur internationalen High Society, galt als eine der bestgekleidetsten Frauen der Welt und zählte Berühmtheiten wie die Windsors oder den amerikanischen Verleger Condé Nast zu ihren Kunden.

Elsie de Wolfe wuchs im viktorianisch geprägten Amerika auf. Einige Zeit in ihrer Kindheit verbrachte sie in Schottland und wurde gar der Königin Victoria am Hof vorgestellt. Schon von klein auf hatte sie einen ausgeprägten Sinn für Schönheit. Die düsteren, dunklen, üppigen viktorianischen Häuser und Wohnungen fand sie erdrückend und ihre Familiensituation war alles andere als sicher. Sie hatte vier Geschwister. Ihr Vater, ein Arzt, war spielsüchtig und verlor viel Geld, was mit häufigen Umzügen und Haushaltverkleinerung einherging. Dies weckte in Elsie deWolfe das Bedürfnis nach einer sicheren finanziellen Situation. Sie wollte ihr eigenes Geld verdienen und da die Karrieremöglichkeiten für junge Frauen Ende des 19. Jahrhunderts nicht vielfältig waren, wurde sie Schauspielerin.

Elsie de Wolfe spielte am Broadway und wurde bald bekannt. Vor allem mit ihrer eleganten und stilsicheren Kleidung. Sie selbst fand, dass sie nicht schön genug ist und machte das mit einem starken Körperbewusstsein und einer eleganten, modischen Erscheinung wett. Tägliche Gymnastikübungen, Diät und ausgeprägtes Modebewusstsein waren für sie selbstverständlich, und das in einer Zeit in der zehngängige, üppige Mittagessen zum Alltag der Upper Class gehörten und der Körper der Frau ein Tabuthema war.

Elsie de Wolfe lebte 30 Jahre lang mit der Literaturagentin Bessie Marbury zusammen, in einer Beziehung, die man damals eine «Boston Marriage» nannte. Bessie Marbury war eine mächtige Frau in Theater- und Literaturkreisen, vertrat unter anderem Schriftsteller wie Oscar Wilde oder Bernhard Shaw und vermittelte ihnen Theateraufträge in Amerika. Die beiden Frauen lebten in einem Haus am New Yorker Irving Place, welches Elsie bald neu dekorierte. Sie entfernte alle dunklen, viktorianischen Dinge ihrer Freundin, ersetzte diese mit französischen Möbeln aus dem 18. Jahrhundert und strich alles in hellen, sanften Farben. Die Frauen führten ein reges gesellschaftliches Leben. Viele der Gäste bewunderten die ungewöhnlich elegante Wohnung. Elsie entschloss sich mit 40 Jahren zu einem Karrierewechsel und wurde die erste amerikanische Interiordesignerin.

Berühmte und mächtige Frauen wie Florence Harriman, Ava Astor, Elsies Lebensgefährtin Bessie Marbury und Anne Morgan, die Tochter von J. P. Morgan, gründeten einen Frauenclub, den Colony Club. Ganz klar, dass Elsie de Wolfe ihn einrichtete und damit Furore machte. Es war das Jahr 1905 und alle Einrichtugen waren immer noch dunkel, hölzern, überfüllt und üppig. Der Colony Club bestach mit einem ruhigen, hellen, eleganten Stil, mit viel Symmetrie und Leichtigkeit.

Elsie de Wolfe verdiente bald viel Geld mit ihrem Einrichtungsgeschäft. Viele Möbel beschaffte sie direkt in Frankreich. Sie reiste gerne und oft nach Paris und kaufte bald, zusammen mit Bessie Marbury und Anne Morgan, eine Villa in Versailles, die Villa Trianon. Diese richtete Elsie ganz im französischen Stil ein: leicht, kokett, mit hellen Farben und vielen Spiegeln. Ein besonderes Markenzeichen ihres Stiles wurden Kissen und ganze Polsterbezüge in Leopardenmuster.

Hier wird der Stil von Elsie de Wolfe deutlich erkennbar. Das «Sonnenzimmer» in der Villa Trianon wurde mit Spiegeln bestückt und klar und symmetrisch eingerichtet. Die Sofas wurden mit Leopardenmuster bezogen. Mit weissen Blumen, hier sind es Hortensien, hat Elsie für Frische und Leichtigkeit gesorgt. Sie hat kleine Beistelltischchen neben die Sitzmöbel platziert und die Mitte des Raumes leer gelassen, fast wie in einem Ballsaal. Das war zu dieser Zeit, Anfang des 20. Jahrhunderts, ungewohnt. Man wohnte immer noch in überfüllten Räumen, mit schweren Stoffen, Zimmerpalmen, viel dunklem Holz und wenig Licht.

Elsie de Wolfe hat ihr Leben ganz der Schönheit gewidmet. Sie wusste auch genau, wie sie damit Geld verdienen und selbst einen luxuriösen Lebensstil pflegen konnte. So hat sie zum Beispiel die Hotelzimmer, die sie bewohnte, gleich neu eingerichtet, hat neue Möbel hingestellt, alles umgestrichen und dekoriert. Dafür wohnte sie dann zu günstigen Konditionen darin und konnte vieles den Hoteliers verrechnen. Diese profilierten sich mit den schicken Zimmern, denn allein die Tatsache, dass Elsie de Wolfe darin gewohnt hatte und die Zimmer dekoriert hatte, zog die reichen Gäste an. Elsie hatte diesen Trick bereits als Schauspielerin mit ihren Kleidern angewendet. Roben, die sie auf der Bühne trug, wurden zu begehrenswerten Stücken und sie vermittelte so den Modedesignern viele neue Kundinnen. Ganz klar, dass sie für ihre schönen Kleider nicht viel oder gar nichts bezahlen musste.  Als Interiordesignerin brachte Sie eine reiche Klientel in Antiquitätengeschäfte und erhielt dann von beiden Parteien Provisionen.

Lange bevor Jane Fonda Aerobic-Videos drehte und Personal Trainer zu chicen Accessoires wurden, hat Elsie de Wolfe täglich den Kopfstand geübt und intensiv Gymnastik gemacht. Sie war bis ins hohe Alter topfit. An schicken High-Society-Kostümparties hat sie sich auch schon mal als Varieté-Tänzerin verkleidet und im Ballsaal das Rad geschlagen, und das mit fast 70!

Elsie de Wolfe war aber auch in anderen Dingen eine Pionierin und für vieles verantwortlich, das heute ganz selbstverständlich ist. Beispielsweise war es ihre Idee, Lichtschalter neben der Zimmertüre zu platzieren. Auch liess sie den Sessel patentieren, den man ausziehen kann um die Füsse hochzulagern, heute als TV-Sessel beliebt! Sie hat als erste Radiatoren abgedeckt und hat Kissen mit Sprüchen besticken lassen wie: «Today is the tomorrow you worried about yesterday» oder «Never complain, never explain».

Mit über 60 hat sich Elsie de Wolfe von Bessie Marbury getrennt und heiratete den englischen Aristokraten und Presseattaché der britischen Botschaft, Charles Mendl. Sie konzentrierte sich nun, als Lady Mendl mehr auf ein Jet-Set-Leben und weniger auf ihr Business, welches dann auch bald bankrott ging. Aber die Heirat passte. Elsie brachte das Geld und Charles den gesellschaftlichen Status. Zusammen waren sie beliebte Gastgeber und Gäste an allen wichtigen Parties. Und wenn das Geld knapp wurde, hat Elsie wieder eingerichtet und sich Kleider und Möbel sponsern lassen. Sie hatte viele Freunde in der internationalen High Society. Hier sitzt sie zwischen Cecil Beaton und Oliver Messel und geniesst ihr Leben in vollen Zügen.

Ein berühmter Kunde von Elsie de Wolfe war der Verleger Condé Nast, dessen New Yorker Appartment Elsie eingerichtet  hat, siehe Bild links. Auch die Windsors (Bild rechts) waren befreundet mit Elsie. Wallis hat sich bezüglich Kleidung und Stil viele nützliche Tipps von der Trendsetterin geben lassen. Elsie half dem Paar auch, sich in Frankreich stilvoll einzurichten.

Eine Einrichtung von Elsie de Wolfte mit den typischen sanften Farben, den Spiegeln, der Symmetrie und der Eleganz, die ihren Interiorstil ausmachten.

Elsie de Wolfe musste im zweiten Weltkrieg von Versailles nach Amerika flüchten. Sie hat mit ihrem Ehemann eine Villa in Los Angeles gekauft, diese neu eingerichtet, mit ihrer damaligen Lieblingsfarbkombination Dunkelgrün und Weiss und «After All» getauft. Das Paar war in Hollywood beliebt. Elsie wurde mit ihrem Stil ein Star. Sie gab Cocktailparties und Dinners und alles was Rang und Namen hatte kam vorbei. Erst 1946, Elsie war nun über 80 Jahre alt, reiste sie zurück nach Europa. Die Villa Trianon hatte im Krieg gelitten und vieles wurde zerstört. Obschon es mit ihrer Gesundheit nicht mehr zum Besten stand – sie sass zum Teil im Rollstuhl, um Energie zu sparen – hat Elsie die Villa restauriert und ihr den früheren Glamour zurückgegeben. 1950 verstarb Elsie de Wolfe. Sie wollte keine Beerdigung und keine Blumen, hat dafür aber schon mal vorsorglich bei Cartier für ihren Mann das Briefpapier für die Beantwortung der Trauerschreiben ausgesucht.

Elsie de Wolfe hat vieles hinterlassen. Kennen Sie zum Beispiel die Damen mit den blau-lila gefärbten Haaren? Elsie de Wolfe hat das erfunden und modisch gemacht. Sie hat ihr Leben ganz dem Stil verschrieben und ihren eigenen auch gut vermarktet. Dieses Marketing, welches stark mit ihrer Person verbunden war, war wegbereitend für spätere amerikanische Lifestyle-Persönlichkeiten wie Martha Stewart oder Ralph Lauren.

Wer noch mehr von oder über Elsie de Wolfe erfahren möchte, liest am besten Elsie de Wolfes Buch «The House in Good Taste»oder ihre Biographie. Die Autobiographie «After All» ist leider vergriffen. In «The House in Good Taste» finden Sie Elsies Alltagstipps, welche sie als Kolumnen für die Publikation «Ladies Home Journal» geschrieben hat. Da stehen Tipps wie: «Bei einer Einladung müssen die Teller heiss, heiss, heiss sein, die Gläser kalt, kalt, kalt und die Tischdekoration tief, tief, tief!»

Blaupause

by Marianne Kohler Nizamuddin, 13. Februar 2018

Blau ist nicht gerade die gemütlichste Farbe und doch lieben wir sie. Wenn nach der Lieblingsfarbe gefragt wird, ist Blau die häufigste Antwort. Blau ist sanft, harmonisch und königlich. Die Farbe weckt Sehnsucht und beruhigt.

Lange war Blau von den Laufstegen verbannt. Doch besonders in seiner leuchtendsten Strahlkraft, dem Ultramarin, gab Blau in den 80er Jahren den Modeton an. Damals kaufte man sich auch die tintenblauen Knautschsofas, die jedem Wohnzimmer unbeholfene WG-Atmosphäre verleiht haben. Bild über: Lotta Agaton.

Ultramarinblau ist das leuchtende Blau, das sich näher im Rotbereich als im Grünbereich befindet. Es strahlt und hat Kraft. In der Kunst wurde es oft eingesetzt, um das Gewand der Maria leuchten zu lassen. Zu Berühmtheit ist Blau in den monochromen Werken von Yves Klein gelangt. In den 80er Jahren war es Modefarbe Nummer eins. Claude Montana, ein Stardesigner dieser glamourösen Modedekade, hat es mit seinen breitschultrigen, raffiniert geschnittenen Kreationen zum Objekt der Begierde gemacht. Bild: String Furniture über Coco Lapine Design.

Nun ist Blau mit dem Revival der Eighties aber wieder da – und zwar nicht nur auf dem Catwalk, sondern auch zu Hause. Es hat die Knautschsofazeit überwunden und nimmt  ganz selbstbewusst Raum ein. Wenn Mode und Interiordesign sich treffen, spielt Blau immer eine Rolle. So zeigt denn auch die Kollektion von Missoni Home viele Stücke in starken Blautönen.

Dieser schlichte Holztisch ist mit der leuchtenden blauen Farbe zu einem Prunkstück geworden. Bild über Interiors Porn.

Königsblau zeigt sich sinnlich und mystisch, wenn es mit dunklen Tönen kombiniert wird. Hier steht eine blaue Sinfonie, wie ein Kunstwerk, vor einer braunen, ornamentalen Tapete. Bild über: Desire to inspire.

Unkompliziert und gemütlich wird Blau hier mit allerlei Grautönen kombiniert. Rustikale Materialien, Handgestricktes und Gehäkeltes vertragen sich ganz gut mit der leuchtenden, supercoolen Farbe und bringen sie in einen wohnlichen, trendigen Kontext. Bild über: Room 269.

Knalliges Blau ist nicht gerade die wärmste Farbe. Mit Holz, Braun und warmen Goldtönen kombiniert wirkt es wie ein edles Schmuckstück. Gerade der improvisierte, individuelle Industrial-Chic bekommt mit einer starken Farbe wie Ultramarin einen Kick und wirkt so persönlicher. Bild über: Interiors Porn.

Blau als Wandfarbe wirkt wie ein Himmel, vor dem alles wertvoll und edel hervorgehoben wird. Bild über: Solid Frog.

Blau und Grün sind ein starkes Trendpaar, das sehr oft an den Interiormessen gezeigt wird. Kombinationen von Farben, die nahe beieinander stehen, wurden in 70er Jahren oft eingesetzt. Sie irritieren ein wenig und haben eine sanfte Schockwirkung. Andere solche Paare sind Pink und Orange, Violett und Pink oder Orange und Gelb. Bild: Zanotta.

Bildercredits: 
ZanottaSolid FrogInteriors PornRoom 269Desire to inspireMissoni HomeString Furniture, Coco Lapine DesignLotta Agaton,

Zeit zum Stricken

by Marianne Kohler Nizamuddin, 9. Februar 2018

Mit dem Stricken ist es so eine Sache. Es gab Zeiten, da waren die Frauenzeitschriften voll von Strickmustern, auch die renommierte «Vogue» zeigte monatlich Strickmodelle zum Nachmachen. Dann wurde Handarbeiten als bieder verschriehen. Vor allem die Werber fanden es total uncool und wollten ihre Kampagnen nicht zwischen Strick- und Kochanleitungen platzieren. Die Frauenzeitschriften entledigten sich ihrer Strickressorts, eiferten der Coolness nach – und viele sind auf diesem Weg gestorben. Heute ist Stricken wieder hip und in den Zeiten von Billigketten, ein fast schon luxuriöses Handwerk geworden. Wenn Sie Handarbeiten lieben: Stricken Sie! Nicht weil es in oder out ist, sondern weil es  Freude macht, die Kreativität fördert und gleichzeitig entschleunigt und entspannt. Hier finden Sie denn auch keine Strickmuster, sondern inspirierende Anregungen, die Lust machen die Nadeln hervorzuholen

Der perfekte Winternachmittag

Ein gutes Buch, eine Tasse feinen Tee, Schokolade, Kuchen und ein kleines, neues Strickprojekt. Versuchen Sie, eine Mütze, ein paar Handschuhe oder einen Kinderpulli zu «lismen». Anleitungen dafür finden Sie zum Beispiel in alten Strickheftchen aus den Fünfzigern oder Sechzigern, die Sie wiederum in Brockenhäusern, Antiquariaten oder auf Flohmärkten entdecken. Wichtig ist, dass Sie bei Mustern aus alten Heftchen ein Garn finden, dass der Dicke der Anleitung entspricht. Machen Sie dafür Maschenproben. Bild über: Science of Wilderness.

Es muss nicht immer brauchbar sein

Werden Sie kreativ, Stricken ist nur die Technik, mit ihr kann man auch Kunstvolles kreieren: kleine Skulpturen, Ornamente, Mobiles. Auf jeden Fall sieht diese Strickkugel toll aus und macht Lust, so was auch selbst auszuprobieren. Bild über: Focus damnit.

Musterhaftes zum Anschauen

Strickproben können auch ganz hübsch sein. Kreieren Sie damit doch ein Bild, so ähnlich wie die alten Stickprobenbildchen. Rahmen Sie einige davon in einen einfachen, dicken, hellen Holzrahmen mit einem weissen Passepartout. Bild über: Konfetti.

Pflegen Sie die Liebe zum Detail

Machen Sie Ihre Strickarbeit wertvoll und besonders. Achten Sie auf Details, schöne Abschlüsse zum Beispiel, oder Farbwechsel, Musterungen, Monogramme … Dieses Bild etwa ist Inspirationsquelle für ein schönes, grosses, edles, weiches, graues Tuch mit genau einem solchen Strick- und Häkelsaum. Bild über: Konfetti.

Die Norweger Masche

Norwegermuster waren der Renner in den Fünfziger- Sechziger- und Siebzigerjahren. Pullover und Fausthandschuhe mit wunderschönen Sternen und Ornamenten trug fast jeder. Es lohnt sich, sie wieder auszuprobieren, denn sie sind wunderschön und einzigartig. Sie sind zwar ein bisschen anspruchsvoll, doch genau das kann ein Anreiz sein. Bild über: Waterproof Valentines.

Das Spiel mit rechts und links

Piquémuster heissen die feinen Strukturmuster, die einfach mit rechten und linken Maschen gestrickt werden können. Sie können da selber kreativ werden und verschiedene ausprobieren, bis Sie eins finden, das Ihnen für Ihr nächstes Pojekt passt. Solche Muster sehen auch im Mix toll aus. Sie sind besonders gut geeignet für Decken oder Kissen. Bild über: Konfetti.

Die allerschönste Restenverwertung

Auch mit kleinen Wollresten lässt sich Hübsches gestalten, solche süssen Fäustlinge zum Beispiel. Wagen Sie tolle Farbkombinationen. Bild über: Nest pretty Things.

Klein und fein

Das perfekte Projekt für alle, die gerne schnell ein Resultat sehen möchten. Stricken Sie Eierwärmer in verschiedenen Pastelltönen und verschenken. Bild über: Yvestown.

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YvestownNest pretty ThingsKonfettiWaterproof Valentines, Focus damnit,

Geliebte Kommode

by Marianne Kohler Nizamuddin, 6. Februar 2018

Die Bayern brauchen das Wort kommod, wenn sie bequem oder angenehm meinen. Und das ist sie auch, die Kommode, ein angenehmes, hilfreiches, praktisches und eigentlich fast immer hübsches Möbelstück. Ihre Verwandten sind trendy, wie das Sideboard etwa, oder klein wie das Nachttischchen oder mager wie die Konsole. Keines dieser Möbelstücke aber ist so beständig und vielseitig wie die Kommode. Sie ist einfach da, wo wir sie brauchen, und bietet auf eine ihr eigene, diskrete Art viel Platz für unsere Sachen. Sie war oft das erste Möbelstück, dem wir einen neuen Look verpassten. Wir erbten sie, haben sie im Brockenhaus gefunden oder geschenkt bekommen. Sie ist mit uns von der WG in die erste eigene Wohnung bis in unser jetziges Zuhause gezogen. Sie ist das einzige Möbelstück, das immer da ist, nie in Mode war und nie aus der Mode kam. Sie ist wirklich praktisch und passt als Einzelstück eigentlich überall rein. Wir lieben sie einfach!

 1 Wunderbar wandelbar

Kommoden haben oft schon viele Anstriche überlebt. Einmal abgelaugt, erblühen sie immer wieder zu neuem Leben und spiegeln die Persönlichkeit oder den momentanen Lebensabschnitt des Besitzers wieder. Dieser Zickzack-Anstrich mit Vintagefinish ist sehr gelungen. Er geht frech über die ganze Kommode und verleiht ihr viel Frische. Bild über: Rural Girl.

2 Diskretes Prunkstück

Wenn Sie eine schöne, alte Kommode finden, reicht oft eine einfache weisse Lasur, und sie wirkt immer noch schön und alt (aber zugleich auch frisch und sauber). Hier wurde ein schönes, altes Bild darüber gehängt, und Wohnaccessoires, Fotos und kleine Fundstücke machen sie zum stolzen, aber diskreten Prunkstück. Bild über: Blue Deer.


3 Pragmatischer Mitbewohner

Ein gutes Beispiel dafür, dass Kommoden eigentlich überall stehen können, sogar mittendrin. Sie sind ansehnlich, praktisch, bieten Stauraum und Ausstellfläche, kommen aber selbstverständlicher daher als Sideboards, da sie weniger prätentiös sind. Bild über: First Home.

4 Moderner Klassiker

Kommoden kann man aber auch neu kaufen, und diese werden dann eines Tages die Erbstücke von morgen. Ein schönes Beispiel dafür ist diese schlichte, solide Holzkommode von Pfister. Sie passt wunderschön in ein Schlafzimmer, macht sich aber auch in einer Wohnsituation gut, im Entree zum Beispiel.

5 Im unkomplizierten Vintagestil

Diese Kommode von House Doctor ist neu, zeigt sich aber im unkomplizierten, improvisiert wirkenden Vintagestil. Die Schubladen haben verschiedene Looks und Farben, alles zusammen wirkt wie eine freche Collage.

6 Mit Kreativpotenzial

Nicht die konventionelle Art eines Make-overs. Aber Kommoden sind geduldig und sehen mit einem extravaganten Kleid respektvoll aus. Bild über: Blue Deer.

7 Ein Juwel im Bad

Wenn Platz da ist, ist eine Kommode im Bad ein kleiner Luxus. Sie bietet Platz für alle Tücher und Toilettenartikel und macht das Badezimmer superwohnlich und elegant. Bild über: First Home.

8 Erbstücke, die wir lieben

Dieses stattliche Erbstück, das meine Freunde in einem Ferienhaus stehen haben, ist stilgemäss mit drei antiken Spiegeln bestückt, die nicht nur toll aussehen, sondern auch das Licht reflektieren. Bild: MKN.

9 Perfekt fürs Boudoir

Möbel, die mit Spiegel eingekleidet sind, wirken leicht, fast transparent, sind wie Schmuckstücke und reflektieren den Raum und die Dinge um sie herum. Diese Kommode von Ikea ist schlicht in der Form und wirkt wie ein kleiner Zauberschrank.

10 Passt immer

Nützen Sie Zwischenräume, Nischen und Ecken für die Platzierung von Kommoden. So bekommen diese unscheinbaren Plätze eine gewisse Grandezza. Bild über: Blue Deer.

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Blue DeerIkeaFirst Home, House Doctor, Pfister,Rural Girl,

Sammeln Sie was!

by Marianne Kohler Nizamuddin, 4. Februar 2018

Es müssen ja nicht gleich Kaffeerahmdeckel oder Oldtimer sein. Dazwischen gibt es so einiges, das viel Sammelfreude bereiten kann und zu Hause erst noch schön zur Geltung kommt. Lassen Sie sich inspirieren.

Da fehlt es bestimmt nicht am Pfeffer

Pfeffermühlen sind sehr ungewöhnliche Sammelobjekte. Werden sie schön in Reih und Glied auf ein schmales Regal gestellt, wirkt die Sammlung wie Kunst und die einzelnen Mühlen wie kleine Skulpturen. Bild über: Teakpepper.

Taschenliebe

Die Liebe zu Handtaschen wird täglich in den Hochglanzmagazinen zelebriert und gefördert. Neben Gucci, Prada und Co. gibt es aber auch hübsche, edle und dekorative Vintage-Abendtaschen, die sich nicht nur als glamouröse Ausgehfreunde eignen, sondern auch zu Hause ganz schön was hermachen. Bild über: Apartment Therapy.

Alle Tassen im Schrank

Oder besser auf dem Regal. Schönes, buntes Vintage-Geschirr bringt Farbe in die Küche und Freude in den Alltag. Dabei  lässt sich auch ganz gut Sammeln und Brauchen vereinbaren. Bild über: Pinterest.

Spieglein Spieglein

Alte Spiegel haben hübsche Formen. Eine kleine Sammlung von Spiegeln – und man braucht keine Bilder! Bild über: In Decora.

Neue und alte Welten

Die Welt gibts bekanntlich nur ein Mal. Grund genug, sie immer wieder neu zu finden. Weltkugeln und Globen strahlen eine Faszination aus, wirken magisch, interessant und plakativ – auch im Wohnzimmer. Bild über: The Cottage Garden.

Der Schuhtick

Turnschuhe sind für viele zum Objekt der Begierde geworden, zum Statussymbol, Protzstück oder Kultobjekt. Hier haben sie es gleich an die Wand geschafft und das auf eine humorvolle und praktische Art. Bild: The Nightlenz.

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The NightlenzThe Cottage GardenIn Decora, PinterestApartment TherapyTeakpepper,

Farbe um den Tisch

by Marianne Kohler Nizamuddin, 30. Januar 2018

Vielleicht geht es Ihnen wie mir und Sie haben an den Festtagen gemerkt, dass ein paar Stühle fehlen oder dass es höchste Zeit ist, das Stuhlproblem um den Tisch zu lösen. Wählen Sie Farbe! Das lässt eine Tischrunde viel lockerer wirken und frischt tüchtig auf. 

1 Pretty in Pink

Richtig eingesetzt ist Pink eine gewagte, raffinierte und modische Wohnfarbe, weit weg von Barbiekitsch und Co. Hier kokettiert der Klassiker von Arne Jacobsen aus dem Jahre 1952 mit einem schweren, grossen Holztisch.

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2 Stuhl mit Stil

Einer der beliebtesten Stühle in stylishen Schweizer Esszimmern ist der Eames Stuhl. Wir begegneten ihm auch bei einigen Sweet-Home-Hausbesuchen. Hier zeigt er sich in ganz unterschiedlichen Farben mit viel Eleganz um eine lange weisse Tafel vor grauen Wänden. Bild über: Guesthouse.

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3 Einfach wohnlich

Farbige Stühle im Midcentury Retrostil sind praktische und sehr wohnliche Tischgesellen. Hier ein attraktives Beispiel von Interio.

4 Landhaus modern

Wir wünschen uns trotz, oder vielleicht gerade wegen unseres urban bestimmten Alltags ein wenig den Charme vom Land. So zeigen sich Landhausstile in verschiedenen Looks. Hier sehen wir eine moderne, sehr frische Umsetzung mit farbig lackierten Holzstühlen von Pfister, Versuchen Sie ruhig auch mal verschiedene Farben um einen Tisch, das lockert auf und nimmt einer Tischsituation jegliche Strenge.

5 Pop mit Eleganz

Ein kleines Stuhlwunder ist der linear geschwungene Kunststoffstuhl Masters von Kartell. Er verbindet, typisch italienisch, Moderne mit Pop, Klassik und Eleganz. Hier ist der Stuhl in verschiedenen Farben um einen Holztisch im Retrolook kombiniert. Mit oder ohne die dramatische Tapete im Hintergrund sieht diese Zusammenstellung einfach begehrenswert aus. Bild über: Honeyhouse.

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6 Shocking Pink für Wiener-Klassiker

Farbe kann aber auch auf eine ganz einfache Art am Tisch Platz nehmen. Streichen Sie Ihre alten Stühle wie hier zum Beispiel formschöne Wienerstühle in einer frechen Farbe wie Shocking Pink. Bild über: Interiorsporn.

7 Diese Familie kann wachsen

Hier lädt eine sanfte Landhaustafel zum gemütlichen Zusammensitzen ein. Das Geniale dabei ist, dass die einzelnen Stühle in Form und Farbe unterschiedlich sind aber stilmässig Verwandtschaft zeigen und somit eine gemütliche und entspannte Harmonie ausstrahlen.Bild über: Life is simple.

8 Der kleine Unterschied

Eine wunderschöne Idee: Die Stuhllehnen dieser Wienerstühle sind mit zarten Puderfarben lackiert. Was hier Stil und Auflockerung in ein Restaurant bringt, funktioniert auch zu Hause gut.Bild über: Nest pretty things.

9 Retro mit Leichtkraft

Wenn Sie in einem Vintage-Geschäft alte Retrostühle finden, geben Sie ihnen mit starkfarbigem Polsterstoff ein neues zeitgemässeres Leben. Bild über: Beautiful Soup.

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Villa Vals: Ein Ferienhaus mit viel Stil

by Marianne Kohler Nizamuddin, 26. Januar 2018

Interessante Architektur und edles Design bieten sich jetzt auch für Ferien an: Die Villa Vals kann für einen Aufenthalt in den Bergen gemietet werden.

Architektur: SeARCH und CMA  Fotos:Iwan Baan

Das Haus ist wie ein Guckloch ins Gelände gebaut und verbindet sich dadurch mit der Landschaft, ohne wirklich als Fremdkörper wahrgenommen zu werden. So ist die Villa denn auch nur über die in der Nähe liegende Hütte erreichbar, mit der sie durch einen unterirdischen Tunnel verbunden ist.

Der Innenhof ist wie ein Nest: ein geschützter Platz, der sich in die Umgebung öffnet und Raum schafft zwischen dem Wohnbereich und der freien Natur.

Die Ferienvilla ist mit Möbeln und Accessoires der bekannten holländischen Designer Hella Jongerius und Marcel Wanders ausgestattet.

Neutrale Töne wie das Grau der Betonwände, Schwarz und Weiss und viel Stein und Holz bringen die umliegende Natur ins Haus. Farbpunkte werden durch die aussergewöhnlichen und akzentuierten Accessoires gesetzt, von denen jedes ein edles Designstück ist.

Gespielt wird mit Kontrasten wie harte und weiche Formen, Weiss und Schwarz oder Strengem und Naturbelassenem. Raffiniert ist die Steintreppe aus Schieferplatten.

Die Räume sind  reduziert und puristisch gestaltet, bekommen aber durch Holzelemente wie Schränke, Böden, und Fensterrahmen Wärme und Sinnlichkeit. Auch der grosse rote Schrank bricht das Strenge des Schlafzimmers.

Raffiniert sind diese Kajüttenbetten, so wird auf wenig Raum viel Platz für Gäste geschaffen. Die bunten Wolldecken und Kissen möchte man sofort haben. Es sind Stücke von Scholten & Baijings

Bild links: Hier wird einiges der interessanten, fast kirchenartigen Konstruktion ersichtlich, das Zimmer wurde eingerichtet von Jeroen van Mechelenvom  Studio JVM. Bild rechts: Dieses Schlafzimmer befindet sich im ersten Stock, betörend ist  der Ausblick durch die verschiedenen Fenster.

Die schlichten, durchdacht gestalteten und mit viel Können und Geschmack eingerichteten Räume strahlen Ruhe und Harmonie aus.

Hier ist nochmals das Hauptschlafzimmer zu sehen, mit offenen Schränken und bunter Bettdecke.

Das Badezimmer ist mit denselben Materialien, nämlich Beton und Holz, gestaltet. Die Möbel haben schlichte, kubische funktionale Formen. Die eleganten, grauen Vorhänge bringen etwas Weichheit in die Ausstattung.

Jeder Winkel im Haus ist ein Spiel mit Licht, Schatten und Formen. Die Architektur nimmt Bezug auf die Berglandschaft und interpretiert Felsen, Berge und Steine auf eine funktionale und kunstvolle Art.

Verschiedene Ebenen machen das Wohnen vielfältig und sorgen für ein spannendes Raumgefühl. So werden grosse Räume unterteilt ohne, dass sie durchgehende Wände brauchen.

An dem langen, schmalen Holztisch kann gegessen, gearbeitet und diskutiert werden. Darüber hangen verschiedene Hängeleuchten in unterschiedlichen Höhen und Kerzen in edlen Ständern geben festliche Atmosphäre

Die Villa Vals ist ein Haus, das sich in der Natur tarnt und sich mit ihr verbindet.

In die Erde gebaut, schafft das Haus ein völlig neues Wohngefühl, eine moderne Höhle, ein Nest, eine Oase, auf jeden Fall ein Ort in dem man den Alltag hinter sich lassen kann.

In der Nacht leuchtet die Villa Vals wie ein unterirdischer Stern in die Bergwelt hinaus. Auf eine individuelle Art haben Architekten und Interiordesigner mit der Villa Vals Urbanität in die Bergwelt gebracht, ohne diese zu stören

Die Villa Vals kann man als Ferienhaus mieten, Informationen über:  www.villavals.ch

 

Lust auf neue Wohnideen

by Marianne Kohler Nizamuddin, 23. Januar 2018

Lust nach Veränderung? Wie wärs mit ein wenig Wohnungumstellen? Sie können auch  gewisse Wohnprobleme lösen, die schon lange anstehen. Hier finden Sie neun Ideen, die alle mit wenig Aufwand und ein bisschen Geschick umsetzbar sind.

Der Vorhang, mit dem die Garderobe verschwindet

Mit einem Vorhang, der den Eintritt in die Wohnung abgrenzt, wird ein kleiner Raum geschaffen, der die tägliche Unordung von Jacken, Taschen, Schulsachen, Schuhen, schmutzigen Stiefeln und Hundeleinen versteckt. Mit dem Vorhang wird zugleich eine Art theatralische Grosszügkeit geschaffen und Farbe in den Wohnraum gebracht. Eine solche Lösung kann auch gut in einer Nische entstehen. Hier ist es ein eleganter, grauer Taftvorhang, der einer Garderobe ein Upgrading gibt. Bild über: Interiors Porn.

Die Bühne für das Bett

Schaffen Sie mehr Platz und heben Sie ein Bett auf ein Podest. So entsteht ein Raum im Raum, wie ein kleines, erhöhtes Zimmer. Das ist zum Beispiel eine gute Lösung für eine Ein-Zimmerwohnung, um dem Bett mehr Privatsphäre zu geben. Der Unterbau ist aus Holz. Wer handwerklich begabt ist, kann sich so was selber zimmern, andere holen einen Schreiner zur Hilfe. Praktisch ist der Stauraum, der in dem Unterbau entstehen kann. Hier wird er als Büchergestell benützt und ist erst noch beleuchtet mit Lichtspots. Bild über: Convoy.

Das mobile Bücherregal

Wer viele Bücher hat, kennt es: Die Idee mit den schönen, edlen Exemplaren auf dem Couchtisch funktioniert nicht wirklich, denn die Bücher häufen sich – es überbordet schnell. Die Lust zu blättern und zu schmökern verfliegt rasch. Ein solcher Rollkorpus ist eine hübsche und praktische Lösung. So kann man seine Auswahl wie in einer Bibliothek überall im Raum mitnehmen oder den Korpus einfach wie ein kleines Regal an einem geeigneten Ort stehen lassen. Bild über: Convoy.

Der Wasserhahn kann Lavabos mehr Stil geben

Alle, die in Mietwohnungen wohnen, kennen das Problem: Oft sind Küche und Bad nicht gerade ein Highlight. Mit einem neuen Wasserhahn erhalten Lavabos, auch solche in 70er-Jahre-Farben, einen neuen Look. Diese orangen, einfachen Hähne verwandeln die olivefarbenen Lavabos und machen sie recht ansehnlich. Halten Sie in Baubedarfgeschäften, Onlineshops und Sanitärfachgeschäften Ausschau nach einem tollen Stück. Bild über: Denise at Home.

Der Blumentopfständer dient als Nachttischchen

Setzen Sie einen charmanten Zimmerpflanzenständer aus den Fifties, den Sie mit ein wenig Glück und Geduld in Brockenhäusern oder auf Flohmärkten finden können, als Nachttischchen ein. So können Sie Leuchte, Bücher, Frühstück und Wecker auf verschiedenen Etagen platzieren und erst noch viel Persönlichkeit ins Schlafzimmer zaubern. Bild über: The Decorista.

Mit Farbe wirkt alles besser

Regale mit Vorhängen können auch chic daherkommen, besonders wenn sie wie hier Farbe angenommen haben. Einfache Regale sind in der selben Farbe wie die Vorhänge lackiert. So wirkt eine Lösung fertig und nicht etwa improvisiert oder provisorisch. Bild über: Cabbage rose.

Langweilige Schranktüren bekommen einen neuen Look

Die coole, englische Interiordesignerin Abigail Ahern hat mit diesen neonfarbenen Griffen einem langweiligen Schrank ein frisches Aussehen verpasst. Diese und andere tolle Ideen finden Sie in ihrem Buch: Get Creative!

Hervorheben statt verdecken

Radiatore sind nicht immer die schönsten Mitbewohner. Versuchen Sie gar nicht erst, diese zu verstecken, sondern geben Sie ihnen einen Coolness-Faktor und heben Sie sie hervor, wie hier zum Beispiel mit vielen Familienfotos und Postkarten drumherum. Bild über: Loveology.

Das Bettende nicht vergessen

Meistens geschieht am Ende des Bettes nicht viel! Dabei kann dieser Platz für einiges benützt werden. Als Stauraum zum Beispiel: Dieses Regal bietet viel davon. Aber auch eine Bank oder, traditionell englisch, ein kleines Sofa können dort Platz nehmen und zur Wohnlichkeit eines Schlafzimmers beitragen. Bild über: Designsponge.

Bildercredits: 
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Kelly Wearstler: Wohnen im Hollywood-Stil

by Marianne Kohler Nizamuddin, 21. Januar 2018

Nicht nur der Glamour der Stars schlägt Wellen in unserem Trendbewusstsein, der üppige, amerikanische Einrichtungsstil fasziniert genauso. Und da ist die amerikanische Interiordesignerin Kelly Wreastler ganz vorne mit dabei.

Mit diesem opulenten glamourösen Stil ist die amerikanische Interiordesignerin Kelly Wearstler selbst zum Star geworden. Sie richtet Villen, Wohnungen und Luxushotels ein, als wären sie glamouröse Filmkulissen. Kelly Wearstler erzeugt mit Möbeln, Accessoires, Stoffen und Farben einen ähnlichen Effekt wie die «Sex and City»-Stylistin Patricia Field mit Kleidern, Schuhen und Handtaschen: Sie kreiert einen attraktiven Look, der voller Verweise auf andere Stile ist. Rosa ist bei ihr eine wichtige Farbe. Es glänzt hier in Lack und Satin. Geschwungene Beine werden zum Pendant des Rüschenkleids und pompöse Lampen so etwas wie die High Heels der Wohnungen, die sie einrichtet.

Hollywood-Regency oder Maximalismus nennt sich der  aufwändige Einrichtungsstil. Kelly Wearstler packt moderne, starke Farben und klare Linien zum ultraglamourösen, protzigen Stil des alten Hollywood. So hat sie ihre Linie gefunden: Sitzgruppen, die vielen Gästen Platz bieten und Unterhaltungen möglich machen; Couchtische, die voll beladen sind mit den neusten «Coffeetable-Books» und schicke Dekorationsgegenstände; Tischleuchten, die paarweise neben den Sitzmöbeln eingesetzt werden und natürlich viele Spiegel, damit Räume und Eitelkeiten doppelt wirken.

Art Deco war der erste Wohnstil, der globalisiert und kommerzialisiert wurde, und das natürlich dank den Hollywoodfilmen der 20er- und 30er-Jahre. So wird er denn auch von Kelly Wearstler geschickt zitiert.

Mehr ist mehr: Wieso reduzieren, wenn es auch grösser und üppiger geht? Regency, bei uns als Empire bekannt, ist der Stil, mit dem Napoleon die alten Römer nachahmte, und so seiner Umgebung die Grösse verpasste, nach der er strebte. Und Grösse und Status ist auch der Grundton, der sich durch den Hollywood-Regency-Stil zieht. Kelly Wearstler dekoriert hier mit riesigen Skulpturen, Vasen, Blumen und Leuchten.

Auch Graffiti kann salonfähig sein. Kelly Wearstler kokettiert mit Elementen aus den verschiedensten Dekaden und mischt sie fulminant zu ihrem Stil zusammen.

Kelly Wearstler ist so schön und elegant wie die Supermodels und Filmstars, für die ihr Einrichtungsstil gedacht ist. Sie ist 43 Jahre alt und hat in Boston Interiordesign und Grafik studiert. Ihren Studentenkredit zahlte sie mit dem Geld zurück, das sie verdiente, als sie für «Playboy» modelte. Sie zog nach dem Studium nach Los Angeles und hoffte, im Filmbusiness Fuss zu fassen, was sie dann aber aufgab. Stattdessen gründete sie ein Einrichtungsgeschäft. Nachdem sie das Haus eines Immobilienunternehmers eingerichtet hatte, überredete sie diesen dazu, sie ein 40er-Jahre-Hotel in Beverly Hills einrichten zu lassen. Damit bekam sie eine öffentliche Plattform, wurde berühmt, heiratete den Immobilienunternehmer und ist nun Mutter von zwei Kindern, Autorin von drei Büchern, hat eigene Kollektionen für Stoff-, Teppich- oder Porzellanfirmen entworfen und ist nun daran, auch in der Modebranche mitzumischen.

Hier sind einige Produkte, die von Kelly Wearstler entworfen wurden: links ein Muster aus der Tapeten- und Stoffkollektion für die Firma Schumacher, das zum Beispiel die Wohnung von Chloë Sevigny schmückt; rechts oben, ein Teppich für die englische Firma The Rug Companyund unten Porzellan für Pickard.

Das Buch der amerikanischen Star-Designern hat den Titel Hue, was soviel heisst wie Farbton oder Geschrei. Auf jeden Fall sind die Inneinrichtungstipps darin alles andere als bescheiden.

Bildercredits:
Kelly Wearstler,

Marianne Kohler Nizamuddin


Marianne Kohler Nizamuddin ist Stylistin und Journalistin. Sie begann ihre Karriere als Textildesignerin und arbeitete in Paris und New York, bevor sie einige Jahre das Moderessort der Zeitschrift «Annabelle» leitete. Heute arbeitet sie in den Bereichen Styling, Creative Direction und Consulting. Zudem ist sie die Autorin von Sweet Home, dem meist gelesenen Interior-Blog der Schweiz, der fünfmal in der Woche auf Tagesanzeiger/Newsnet erscheint. Marianne Kohler Nizamuddin lebt mit ihrem englischen Mann David und ihrem Hündchen Miss C. in Zürich.