Category: Stil

Juhu Januar!

by Marianne Kohler Nizamuddin, 7. Januar 2019

Der Januar ist kein beliebter Monat. Für viele ist er eine Art Kater nach den Feiertagen mit wiederbeginnendem Berufsalltag, Flaute auf dem Bankkonto und Wetter, das vor allem in der Stadt mehr Grau als Zuckerschnee und Sonnenschein bringt. Wenn man den Blickwinkel ein bisschen ändert bringen haben aber diese typischen Charakterzüge des Januars auch ihren Charme. Nutzen Sie den Januar um nach tollen Stücken im Ausverkauf zu suchen, dem Zuhause einen Frischekick zu verpassen und die melancholische Schönheit der Natur zu geniessen. Hier bekommen Sie einige Anregungen und Tipps dafür.

Cooler Cord

Es gibt immer mehr Modetrends, die überleben. Vieles, das eine Saison lang supertrendy war, die nächste Saison zu einem modernen Klassiker. Genau nach solchen Stücken lohnt es sich im Ausverkauf Ausschau zu halten. Dazu gehört der Cord. Cordhosen, Corblazer, Cordshirts oder Cordjupes sind perfekte Basisstücke, die man vielfältig und edel kombinieren kann. Bild über Pinterest.

Mäntel wie in den Seventies

Halten Sie auch Ausschau nach langen, grossen Mänteln.  Auch sie bleiben aktuell. Stylen Sie sie wie in den Sventies mit gestreiften Rippenstrick-Rollkragenpullis, Tweedhose, Hosenanzügen, am schönsten in warmen Naturfarben. Entdecken Sie noch mehr Inspirationen aus den Seventies. Bild über Pinterest, Mäntel in diesem Stil gibt es bei Oak+Fort.

Ein Blick zurück

Wenn es darum geht klassische Kleidungsstücke cool zu stylen, dann lohnen sich kleine  Rückblicke in die Seventies. Hier trägt Ali McGraw Cordhose, Rollkragenpulli und  Maximantel mit sehr viel Stil. Bild über: Need Supply.

Hinaus in die Januarwelt

Klar gibt es diese fantastischen Wintertage, bei denen der Schnee kristallartig in der Sonne glitzert und die Stadtwälder wie Winterkurorte aussehen. Aber es lohnt sich auch bei trübem Wetter und bei grauem Himmel hinaus zu gehen. Spaziergänge im Wald, im Park oder am Seeufer können erholsam und inspirierend sein. Es hat wenige Menschen, die unterwegs sind und die Natur ist immer wunderschön. Bild über Birdcage Walk.

Teddy ist der schönste Pelz

An den kalten, feuchten Wintertagen ist es wichtig warm und kuschlig angezogen zu sein. Ein grosser Trend, der sich diesen Winter so richtig durchgesetzt hat ist der Falschpelz, allen voran solche mit Teddyanmutung. Sie sind zum Teil aus Wolle und vielfach aus Mischfasern. Die Kunstfasern wärmen sehr gut und sind erst noch superleicht. Da es so viele Jacken und Mäntel aus Kunstpelz in allen Kollektionen hatte, bleiben bestimmt noch viele davon für die Ausverkaufssortimente. Und mal ehrlich, man hat gerade jetzt Lust auf neue Winterkleider und nicht wirklich im August, wenn die ersten Winterkollektionen in die Läden kommen. Teddys und andere Kunstpelze werden auch noch nächsten Winter aktuell sein. Bild über Shining Trends.

Lust auf Stricken

Gegessen und gefeiert haben wir genug über die Festtage, auch haben wir uns um Freunde und die Familie gekümmert. So sind die langen Januarabende perfekt um sie ruhig, gemütlich und mit viel Zeit für uns selbst zuhause zu verbringen. Da ist ein einfaches, schnell realisierbares Strickprojekt genau richtig. Stricken Sie einen solch grossen, breiten, dicken Schal im Rippenmuster. Sie können auch mehrere Garne zusammen verstricken. Entdecke Sie noch mehr Ideen, die Lust auf Stricken machen. Bild über Woman Delice.

Materialismus in der Wohnung

Materialien und Texturen tun auch der Wohnung gut. Hier können Sie auf eine ähnliche Art wie mit den Kleidern schichten und kombinieren. Mal braucht die Einrichtung ein bisschen mehr, dann wieder weniger. Spielen Sie mit Kissen, Decken, Teppichen aber auch mit schönen Wohnaccessoires, Kerzen und Dingen aus den Natur. Das können frische oder getrocknete Blumen sein, Steine, Holz, Keramik, Korb – einfach alles, das man gerne anfasst,  spürt und das schon aussieht. Bild über The Urbnite.

Pretty Things

Schöne Dinge machen glücklich. Kreieren Sie kleine Stilleben, wählen Sie hübsche Versionen von Alltagsgegenständen und gönnen Sie sich die schöne Vase, die Sie schon lange wollten – der Januar ist die richtige Zeit für solch kleine Freuden.  Bild über Focus Damnit.

Haselnuss-Apfel Muffins

Für diese Muffins braucht es keine ausserordentlichen Zutaten. Das Meiste hat man üblicherweise zuhause. So kann man einen grauen Nachmittag oder Abend mit selbstgebackenen Muffins versüssen. Geniessen Sie sie warm mit etwas Creme Fraiche. Bild über Moon and Trees.

Zutaten für 12 Muffins:
75 g geriebene Haselnüsse
75 g kleine Haferflocken
200 g  Mehl
100 g grob gehackte Haselnüsse
2 KL Backpulver
125 g Rohzucker
2 KL Vanillezucker
1 Prise Zimt
1 Prise Muskatnuss
100 g dunkle Schokolade in Splitter geschlagen
1 Prise Salz
2 Äpfel, geschält
130 g weiche Butter
2 Eier
2 dl Buttermilch
die abgeriebene Schale von 1 Orange

Zubereitung:
Den Backofen auf 220 Grad vorheizen, Papierförmchen in die Muffinblechmulden legen. Mehl, Backpulver und Salz mischen, sieben. Haselnüsse, Haferflocken, Schokoladensplitter, Zimt und Muskatnuss untermischen. Eine Handvoll grosse gehackte Haselnüsse zur Seite stellen. In einer anderen Schüssel Butter, Zucker und Vanillezucker verrühren. Eier dazugeben und gut vermengen, danach die Mehlmischung beigeben und gut verrühren, bis der Teig weich ist. Buttermilch darunterrühren und nochmals gut vermischen. Die geschälten Äpfel raffeln und untermischen. Die Orangenschale einrühren und den Teig mit einem Löffel in die Muffinformen verteilen. Grob gehackte Haselnüsse und ein wenig Rohzucker über die Muffins streuen. 5 Minuten backen, danach die Hitze auf 180 Grad senken und 30–35 Minuten backen. Die Muffins sind fertig, wenn sie bei leichter Berührung zurück in Form gehen. Die Muffins mit Orangenzuckerguss und kandierten Orangenschalen garnieren.

Weisses Wunder

Und wer weiss, vielleicht kommt er ja bald wieder, der Schnee, das weisse Wunder, das die Welt verzaubert und für eine Weile zur Ruhe bringt. Bild über A Whimsical Romance.

My World: Blogger Scarlett Steiner

by Marianne Kohler Nizamuddin, 21. Dezember 2018

In this new  series, I’ll be visiting bloggers, influencers and other interesting people who are active on the net. Join me and discover the world behind the attractive pictures and stories. Take a peek at these people’s everyday lives and the pretty things they live with. And of course, there’ll also be lots of tips and inspiration.

My first encounter is with Scarlett Steiner. I was so impressed by her blog that I was determined to meet her. I first visited Scarlett for a Sweet Home reportage four years ago, also during the Christmas period. Since then, she has married, moved into a larger flat in the same building with her husband Cyrill Steiner, and had a baby. Daughter Elma is now two years old. Scarlett Steiner has worked in the marketing and communications sector for 12 years, most of that time as a communications strategist in advertising agencies. She launched her blog, Fork and Flower, 10 years ago. What started out as a food blog is now also a mummy-and-baby blog, and is so successful that it’s become her bread-and-butter job. Scarlett now works freelance for agencies and brands, sells her communication channels and stories, and provides social media coaching for individuals and companies. As if that weren’t enough, last year she also established a children’s clothing label, Elma&Polina with her friend Mia Vadasz.

My day:

What time do you get up?

When my daughter, Elma, wakes up – usually around 7 a.m. Sometimes I wake up earlier; when I do, I daydream a little.

Do you have time for breakfast?

Not really. When I’m working, I’ll take Elma to the crèche first and then grab a glass of fruit juice and a croissant. Or I’ll arrange my first meeting of the day in a café, such as John Baker on Helvetiaplatz. But when I do spend the morning at home, I love to have yoghurt with homemade granola for breakfast.

What’s your beauty routine?

Above all, it has to be quick and easy. Before I had Elma, I would experiment with concealer, rouge and more besides. But now I need much less to feel comfortable and beautiful. I cleanse my skin thoroughly and use Avène moisturising creams. Most of the time, I only wear mascara and lipstick at meetings. I use more and more natural cosmetics and grooming products, which I find at Amazingy, the online shop for green cosmetics.

What’s your favourite scent?

“Musc Nomade” by Annick Goutal. I love that mellow, elegant, musky scent. I also like Annick Goutal’s fragrances for the home. Every year, theyissue a new version of the Noël scented candle in a pretty glass – a little luxury that makes me feel really Christmassy.

What are your favourite outfits?

I’ve adapted my wardrobe completely to the playground and life as a mother. In the winter I like sweater dresses and stockings, and in the summer patterned dresses are my go-to style – they make me cheerful and don’t show stains. Skinny jeans are always OK. At home or on the playground I team them with a sweatshirt; for business, I’ll often wear them with a white blouse. 

How do you organise your wardrobe?

In a large, open wooden cupboard. I hang as much as possible; that way, things don’t get creased.

What clothes do you choose for your daughter?

As I’m constantly surfing the net, I’m always discovering inspiring new labels. For example, I love the “Wondersuits” by Bonds Australia. The pyjamas are really comfortable, like a second skin. They’re well cut and decorated with fun, cheerful patterns. And they turn Elma into a little super-heroine.

Where else do you shop?

I’m an online shopper. Of course, that’s to do with my job, but also with my lack of time and my enjoyment of certain labels, such as Stadtlandkind. On their site I not only find clothes and toys for Elma, but also party goods or decorative items for the home. Another shop that I like is called Smallabel.

My job

When do you work?

Since having Elma, I’ve worked three days a week. It became difficult to balance my job, the family and the blog. It’s tough to find flexible jobs for mothers in Switzerland. Luckily, I’m able to work freelance on a contract basis.

How do you combine family life with work?

As I work a lot from home, I can bring my daughter to the crèche late and fetch her early, which gives me a lot of time with her. But on my working days, I work through from 8.30 till 6. My husband Cyrill, who works in marketing, is an early riser and always one of the first in the office. That also means that he also comes home early in the evenings. We share the household duties. I have to admit that he’s more efficient, conscientious and tidy than I am. I know that not every woman is that lucky, but in our case, it certainly holds true that my husband isn’t just “a support”: he really does share half of everything.

My kitchen

Do you take a lunch break?

Yes, I need the energy that a light meal gives me.

What’s your favorite for lunch?

I have a favourite little café just around the corner from where I live. It’s called Chez Oskar and serves fantastic salads, soups and delicious, freshly squeezed juice creations. Sometimes I take a break in the café, but usually take something back to the flat and have lunch at the computer.

What do you cook in the evenings?

Dinner preparation has to be fast. Whereas I used to love spending hours in the kitchen, I now prefer quick, uncomplicated meals. Healthy living is also very important to us, and we cook a great deal of vegetables. But I have to admit that Elma prefers noodles and sausage.

What do you always have in your fridge?

Green juice or some other favourite fruit juice. I love a glass of refreshing fruit juice in the morning – it helps get me going. I have the feeling that I’m pampering myself.

Where do you buy your groceries?

Of course, I love going to the market. Conveniently, I’m free on Tuesdays and Fridays – both market days –, so I usually go to the market twice a week. Good ingredients are important to me. That also applies to convenience food. I occasionally treat us to delicious gnocchi or tortellini, which I buy on my way home – at Jelmoli, for example. All you need to add are fresh herbs, butter and cheese – and hey presto, your feast is on the table!

And what about Christmas biscuits?

They aren’t as perfect as they used to be. Now, baking biscuits with Elma is great fun for all of us. All we need is a simple Christmas biscuit recipe and sometimes, or should I say, more and more, even a ready-made biscuit dough. But we do take our time to decorate the biscuits with icing and sugar pearls.

My life

What do you most enjoy doing with your family?

We spend a lot of time outdoors – and in all weathers. In Zurich there are many very beautiful parks that are attractive in all seasons. We’re also great friends of Zurich’s district community centres. We meet our neighbours and make friends, and Elma has lots of pals there. There are so many fun activities available, such as weekly painting sessions for children, flea markets, and sometimes even proper festivals with bubble-blowing, bouncy castles or music.

How do you get in the Christmas mood?

We love candle-making at our Bachwiesen community centre. We also really enjoy the Christmas village at Bellevue, where Elma’s greatest pleasures are the balloons, the children’s fairy village, and ice-skating – for the time being only as a spectator. There’s also the musical Advent calendar in the foyer of the Opera House, where a free mini-concert is performed daily. We also like going to Café Schober to drink hot chocolate. Another favourite spot is the children’s department at Orell Füssli, the bookshop. The treehouse with its own life-size bear is always a highlight, especially in bad weather. And you can never have enough books.

And at home?

Besides baking biscuits, handicrafts are very much in demand. Whether we’re carving turnips into lanterns or making presents, working creatively brings us all together.

My home

How does your home look at the moment?

I decorate less and furnish more. In principle, everything has become lighter and airier. For example, I’ve replaced the large, heavy coffee table we had with a lighter model with delicate copper legs. The dining table and chairs are also new. They’re made of wood and look more elegant and neutral than their predecessors.

How do you deal with toys in the living room?

Like many people, I of course first thought that toys should stay in children’s bedrooms. But I soon changed my mind and have now created a child-friendly family home. For example, Elma has space on the bookcase for her books, and her play kitchen is right next to the “real” kitchen. This means that Elma can be with us while we cook and live actively with us everywhere. After all, the point of living together is that everyone should have their own space and be able to do their own thing.

How have you decorated Elma’s room?

With simple wooden children’s furniture and a colourful palette. I change the look according to my mood or the season. At the moment, of course, it’s a little Christmas paradise with a mini-Christmas tree and a wreath that I made myself from wool pompoms. My friend Amanda makes the pretty fabric candy canes.

Do you have favourite pieces of children’s furniture?

I think it’s important to have old pieces as well as new. In Elma’s room, for example, there is an antique wooden cupboard and an old chest of drawers. Both of them provide pretty, practical storage space.

What about toys?

In a child’s room, toys are just as important as furniture. Fortunately, there are lots of pretty things made of wood and fabric in Elma’s bedroom. Toys like the mouse house, as Elma calls her miniature doll’s house, or a little “shop,” help to stimulate a child’s imagination.

What’s your guilty pleasure?

Fresh flowers. I like ordering bouquets online from Bloem, which is now also available in Switzerland. Claire has a knack for crazy creations.

Do you have a dream piece of furniture?

A pale pink sofa. But I’m still negotiating with my husband!

Are you a collector?

Yes, unfortunately! I have a great passion for beautiful things. Whenever we’ve been to friends’ houses decorated in a minimal style, my husband will wax lyrical about purist living for a while. But I think we’ve found a good balance between cosiness and practical family life – a home in which we all feel comfortable and have enough space.

 

Credits:

All photos are by Scarlett Steiner. The pictures showing Scarlett were taken by Andrea Monica Hug of Chic in Zurich.

Scarlett Steiner on the web:
Blog: Fork and Flower 
Instagram: @forkandflower
Pinterest: Fork and Flower (&Baby)

Translation: Toby Alleyne-Gee

Finden Sie die deutsche Version auf Sweet Home

Elsie de Wolfe, die erste professionelle Interior-Designerin

by Marianne Kohler Nizamuddin, 18. Februar 2018

In einer Zeit, in der die Zeitschriften voll mit Starlooks sind, lohnt es sich, wieder mal die echten Stilikonen anzuschauen. Sie haben uns zu viel mehr inspiriert, als nur zum Kauf einer neuen «It-Handtasche». Mit ihrem Stil, ihrer Lebensart und ihrem Geschmack haben sie sich unsterblich gemacht und waren Vorbereiter für vieles, das heute ganz selbstverständlich ist.

Elsie de Wolfe (1865 – 1950) war die erste Frau, die Interiordesign zum Beruf machte. Zuerst aber war sie Schauspielerin. Erst mit 40 Jahren machte sie ihr Hobby zum Beruf und wurde die erste professionelle amerikanische Interiordesignerin des 20. Jahrhunderts. Ihr Markenzeichen war die Vertreibung der dunklen, düsteren, viktorianischen Einrichtungen, ihr Motto: «Ich glaube an viel Optimismus und weisse Farbe.» Über 30 Jahre lebte sie mit einer Frau zusammen, heiratete mit 61 einen Aristokraten und wurde zu Lady Mendl. Mit Stil und Körperbewusstsein hat sie mangelnde Schönheit wettgemacht und bis ins hohe Alter jeden Tag den Kopfstand geübt. Sie gehörte zur internationalen High Society, galt als eine der bestgekleidetsten Frauen der Welt und zählte Berühmtheiten wie die Windsors oder den amerikanischen Verleger Condé Nast zu ihren Kunden.

Elsie de Wolfe wuchs im viktorianisch geprägten Amerika auf. Einige Zeit in ihrer Kindheit verbrachte sie in Schottland und wurde gar der Königin Victoria am Hof vorgestellt. Schon von klein auf hatte sie einen ausgeprägten Sinn für Schönheit. Die düsteren, dunklen, üppigen viktorianischen Häuser und Wohnungen fand sie erdrückend und ihre Familiensituation war alles andere als sicher. Sie hatte vier Geschwister. Ihr Vater, ein Arzt, war spielsüchtig und verlor viel Geld, was mit häufigen Umzügen und Haushaltverkleinerung einherging. Dies weckte in Elsie deWolfe das Bedürfnis nach einer sicheren finanziellen Situation. Sie wollte ihr eigenes Geld verdienen und da die Karrieremöglichkeiten für junge Frauen Ende des 19. Jahrhunderts nicht vielfältig waren, wurde sie Schauspielerin.

Elsie de Wolfe spielte am Broadway und wurde bald bekannt. Vor allem mit ihrer eleganten und stilsicheren Kleidung. Sie selbst fand, dass sie nicht schön genug ist und machte das mit einem starken Körperbewusstsein und einer eleganten, modischen Erscheinung wett. Tägliche Gymnastikübungen, Diät und ausgeprägtes Modebewusstsein waren für sie selbstverständlich, und das in einer Zeit in der zehngängige, üppige Mittagessen zum Alltag der Upper Class gehörten und der Körper der Frau ein Tabuthema war.

Elsie de Wolfe lebte 30 Jahre lang mit der Literaturagentin Bessie Marbury zusammen, in einer Beziehung, die man damals eine «Boston Marriage» nannte. Bessie Marbury war eine mächtige Frau in Theater- und Literaturkreisen, vertrat unter anderem Schriftsteller wie Oscar Wilde oder Bernhard Shaw und vermittelte ihnen Theateraufträge in Amerika. Die beiden Frauen lebten in einem Haus am New Yorker Irving Place, welches Elsie bald neu dekorierte. Sie entfernte alle dunklen, viktorianischen Dinge ihrer Freundin, ersetzte diese mit französischen Möbeln aus dem 18. Jahrhundert und strich alles in hellen, sanften Farben. Die Frauen führten ein reges gesellschaftliches Leben. Viele der Gäste bewunderten die ungewöhnlich elegante Wohnung. Elsie entschloss sich mit 40 Jahren zu einem Karrierewechsel und wurde die erste amerikanische Interiordesignerin.

Berühmte und mächtige Frauen wie Florence Harriman, Ava Astor, Elsies Lebensgefährtin Bessie Marbury und Anne Morgan, die Tochter von J. P. Morgan, gründeten einen Frauenclub, den Colony Club. Ganz klar, dass Elsie de Wolfe ihn einrichtete und damit Furore machte. Es war das Jahr 1905 und alle Einrichtugen waren immer noch dunkel, hölzern, überfüllt und üppig. Der Colony Club bestach mit einem ruhigen, hellen, eleganten Stil, mit viel Symmetrie und Leichtigkeit.

Elsie de Wolfe verdiente bald viel Geld mit ihrem Einrichtungsgeschäft. Viele Möbel beschaffte sie direkt in Frankreich. Sie reiste gerne und oft nach Paris und kaufte bald, zusammen mit Bessie Marbury und Anne Morgan, eine Villa in Versailles, die Villa Trianon. Diese richtete Elsie ganz im französischen Stil ein: leicht, kokett, mit hellen Farben und vielen Spiegeln. Ein besonderes Markenzeichen ihres Stiles wurden Kissen und ganze Polsterbezüge in Leopardenmuster.

Hier wird der Stil von Elsie de Wolfe deutlich erkennbar. Das «Sonnenzimmer» in der Villa Trianon wurde mit Spiegeln bestückt und klar und symmetrisch eingerichtet. Die Sofas wurden mit Leopardenmuster bezogen. Mit weissen Blumen, hier sind es Hortensien, hat Elsie für Frische und Leichtigkeit gesorgt. Sie hat kleine Beistelltischchen neben die Sitzmöbel platziert und die Mitte des Raumes leer gelassen, fast wie in einem Ballsaal. Das war zu dieser Zeit, Anfang des 20. Jahrhunderts, ungewohnt. Man wohnte immer noch in überfüllten Räumen, mit schweren Stoffen, Zimmerpalmen, viel dunklem Holz und wenig Licht.

Elsie de Wolfe hat ihr Leben ganz der Schönheit gewidmet. Sie wusste auch genau, wie sie damit Geld verdienen und selbst einen luxuriösen Lebensstil pflegen konnte. So hat sie zum Beispiel die Hotelzimmer, die sie bewohnte, gleich neu eingerichtet, hat neue Möbel hingestellt, alles umgestrichen und dekoriert. Dafür wohnte sie dann zu günstigen Konditionen darin und konnte vieles den Hoteliers verrechnen. Diese profilierten sich mit den schicken Zimmern, denn allein die Tatsache, dass Elsie de Wolfe darin gewohnt hatte und die Zimmer dekoriert hatte, zog die reichen Gäste an. Elsie hatte diesen Trick bereits als Schauspielerin mit ihren Kleidern angewendet. Roben, die sie auf der Bühne trug, wurden zu begehrenswerten Stücken und sie vermittelte so den Modedesignern viele neue Kundinnen. Ganz klar, dass sie für ihre schönen Kleider nicht viel oder gar nichts bezahlen musste.  Als Interiordesignerin brachte Sie eine reiche Klientel in Antiquitätengeschäfte und erhielt dann von beiden Parteien Provisionen.

Lange bevor Jane Fonda Aerobic-Videos drehte und Personal Trainer zu chicen Accessoires wurden, hat Elsie de Wolfe täglich den Kopfstand geübt und intensiv Gymnastik gemacht. Sie war bis ins hohe Alter topfit. An schicken High-Society-Kostümparties hat sie sich auch schon mal als Varieté-Tänzerin verkleidet und im Ballsaal das Rad geschlagen, und das mit fast 70!

Elsie de Wolfe war aber auch in anderen Dingen eine Pionierin und für vieles verantwortlich, das heute ganz selbstverständlich ist. Beispielsweise war es ihre Idee, Lichtschalter neben der Zimmertüre zu platzieren. Auch liess sie den Sessel patentieren, den man ausziehen kann um die Füsse hochzulagern, heute als TV-Sessel beliebt! Sie hat als erste Radiatoren abgedeckt und hat Kissen mit Sprüchen besticken lassen wie: «Today is the tomorrow you worried about yesterday» oder «Never complain, never explain».

Mit über 60 hat sich Elsie de Wolfe von Bessie Marbury getrennt und heiratete den englischen Aristokraten und Presseattaché der britischen Botschaft, Charles Mendl. Sie konzentrierte sich nun, als Lady Mendl mehr auf ein Jet-Set-Leben und weniger auf ihr Business, welches dann auch bald bankrott ging. Aber die Heirat passte. Elsie brachte das Geld und Charles den gesellschaftlichen Status. Zusammen waren sie beliebte Gastgeber und Gäste an allen wichtigen Parties. Und wenn das Geld knapp wurde, hat Elsie wieder eingerichtet und sich Kleider und Möbel sponsern lassen. Sie hatte viele Freunde in der internationalen High Society. Hier sitzt sie zwischen Cecil Beaton und Oliver Messel und geniesst ihr Leben in vollen Zügen.

Ein berühmter Kunde von Elsie de Wolfe war der Verleger Condé Nast, dessen New Yorker Appartment Elsie eingerichtet  hat, siehe Bild links. Auch die Windsors (Bild rechts) waren befreundet mit Elsie. Wallis hat sich bezüglich Kleidung und Stil viele nützliche Tipps von der Trendsetterin geben lassen. Elsie half dem Paar auch, sich in Frankreich stilvoll einzurichten.

Eine Einrichtung von Elsie de Wolfte mit den typischen sanften Farben, den Spiegeln, der Symmetrie und der Eleganz, die ihren Interiorstil ausmachten.

Elsie de Wolfe musste im zweiten Weltkrieg von Versailles nach Amerika flüchten. Sie hat mit ihrem Ehemann eine Villa in Los Angeles gekauft, diese neu eingerichtet, mit ihrer damaligen Lieblingsfarbkombination Dunkelgrün und Weiss und «After All» getauft. Das Paar war in Hollywood beliebt. Elsie wurde mit ihrem Stil ein Star. Sie gab Cocktailparties und Dinners und alles was Rang und Namen hatte kam vorbei. Erst 1946, Elsie war nun über 80 Jahre alt, reiste sie zurück nach Europa. Die Villa Trianon hatte im Krieg gelitten und vieles wurde zerstört. Obschon es mit ihrer Gesundheit nicht mehr zum Besten stand – sie sass zum Teil im Rollstuhl, um Energie zu sparen – hat Elsie die Villa restauriert und ihr den früheren Glamour zurückgegeben. 1950 verstarb Elsie de Wolfe. Sie wollte keine Beerdigung und keine Blumen, hat dafür aber schon mal vorsorglich bei Cartier für ihren Mann das Briefpapier für die Beantwortung der Trauerschreiben ausgesucht.

Elsie de Wolfe hat vieles hinterlassen. Kennen Sie zum Beispiel die Damen mit den blau-lila gefärbten Haaren? Elsie de Wolfe hat das erfunden und modisch gemacht. Sie hat ihr Leben ganz dem Stil verschrieben und ihren eigenen auch gut vermarktet. Dieses Marketing, welches stark mit ihrer Person verbunden war, war wegbereitend für spätere amerikanische Lifestyle-Persönlichkeiten wie Martha Stewart oder Ralph Lauren.

Wer noch mehr von oder über Elsie de Wolfe erfahren möchte, liest am besten Elsie de Wolfes Buch «The House in Good Taste»oder ihre Biographie. Die Autobiographie «After All» ist leider vergriffen. In «The House in Good Taste» finden Sie Elsies Alltagstipps, welche sie als Kolumnen für die Publikation «Ladies Home Journal» geschrieben hat. Da stehen Tipps wie: «Bei einer Einladung müssen die Teller heiss, heiss, heiss sein, die Gläser kalt, kalt, kalt und die Tischdekoration tief, tief, tief!»

Süsse Seventies

by Marianne Kohler Nizamuddin, 30. Juni 2015

Denken wir an die Seventies, kommen uns stilmässig zuerst Pop, Hippie und viel Orange in den Sinn. Dabei waren die Siebzigerjahre auch sehr romantisch, süss und verspielt. Blümchenkleider, Rüschen und Einrichtungen, die viel Samt, Blumentapeten und Omachic zeigten, waren ein wichtiger Teil, dieser leicht verrückten Dekade, die gerade mal wieder voll angesagt ist.

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Flower Power und Blümchen

Die Siebziger Jahre, durch die rosa Brille der Gegenwart betrachtet, waren eine herrliche Zeit, die viele sonderbare und verrückte Dinge in Mode brachte: Schnauz, Bart und lange Haare, freie Liebe und Flowerpower, Maxikleider, Glam-Rock und viel verspielte Romantik, die sich im Alltag verbreitete. Lange Kleider und Schlapphüte waren ganz normale Tagesbekleidung und überall waren Blümchen und Blumen, nicht nur echte, sondern auch solche aus Stoff oder gar gehäkelte. Besonders hübsch sind Häkelblumen  aus Mohairgarn, – versuchen Sie es: HIER finden Sie eine Anleitung dafür. (Bild über: flickr)

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Die Seventies zeigen sich wieder auf der Strasse

Ein stilvolles Trio zeigt, wie chic und elegant die Seventies-Romantik heute aussehen kann. Der Stoff des Maxi-Rüschenkleid erinnert an die Schürzenstoffe des Handarbeitsunterichts und ähnlich züchtig ist auch der Schnitt: Hochgeschlossen, sanfte Puffärmel und lange Manschetten, die zu getragen werden. Dafür kokettiert der offene Schlitz im Jupeteil und lässt Bein und chice, weisse Sandalen erblicken. Auch der Stoff des Hemdkleides, der Orangen und Zitronen zeigt, ist kein eigentlicher Kleiderstoff sondern zeigt ein typisches Motiv aus dem damaligen Gartenmöbelbereich. Mit dieser Art von Dessins waren die Polsterstoffe der Hollywoodschaukeln, Tischdecken  und Zierkissen bedruckt. (Bild über: erineverafter.blogspot)

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Nostalgie von damals

So wie wir heute die Seventies wieder auferstehen lassen, hat man damals, in den echten Seventies, sich von der Jahrhundertwende, der Zeit von 1890 bis zum Beginn des ersten Weltkrieges, inspirieren lassen. Fernsehserien aus dieser Zeit waren Riesenhits, man denke an „Unsere kleine Farm“, Das Haus am Eton Place“ oder  „Die Forsythe Saga“. Aber weil man auch damals die Vergangenheit nicht einfach übernahm sondern in die Gegenwart umsetzte, zeigten die neue alte Mode keine Futter oder Korsetts und man benutzte feine sanftfliessende und transparente Stoffe. Die Haare trug man offen, mit Vorliebe gelockt, und manchmal lose aufgesteckt. (Bild über: superseventies)

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Die grosse Zeit der Laura Ashley

Eine verstand diesen Stil besonders gut umzusetzen, die Engländerin Laura Ashley. Sie gründete gar ein kleines Lifestyle-Imperium und verkaufte in ihren Läden nicht nur Kleider sondern Stoffe, Möbel, Wohnaccessoires und einen kompletten Lebensstil. Noch heute wird oft etwas Romantisches, das an den englischen Landhausstil anmutet mit „Laura-Ashleystil“ bezeichnet. (Bild über: blog.lauraashley

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Die Stilikonen der Seventies

Jede Epoche und jeder Stil hat seine Ikonen und Stars. Bianca Jagger gehörte dazu. Sie hat den Romatic-Look perfektioniert, – geheiratet hat sie übrigens im weissen Hosenanzug mit grossem weissen Schlapphut. Hier trägt sie ein romantisches  Kleid von Ossie Clarke, dem wichtigsten britischen Designer dieser Zeit, der mit seiner Frau, Celia Birtwell einer Textildesignerin zur Fashionelite gehörte. Beide wurden in einem berühmten Bild von David Hockney verewigt. (Bild über: superseventies)

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Der Duft der Zeit

Romantisch waren auch die Parfüms der Siebziger. Allen voran Nina Ricci’s „L’Air du Temps“. Ich weiss noch wie ich mir dieses Parfüm als Teenager sehnlichst wünschte, nicht etwa weil ich wusste wie es duftet, sondern weil die Werbekampagnen, die vom Fotografen David Hamilton mein Balletherz höher schlagen liessen – bekommen habe ich dann „Charlie“, von Revlon!


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David Hamilton und die Mädchen

Keiner konnte den Stil und die Stimmung der süssen Seventies-Romantik so einfangen wie David Hamilton. Er war der Starfotograf seiner Zeit und drehte einen Film, den wir damals und als Klassenausflug im Kino anschauten. „Bilitis“ hiess er und an die Handlung kann ich mich nicht mehr erinnern, ich bin nicht mal sicher ob es überhaupt eine gab. Bilitis war so was wie eine bewegte endlos lange Modestrecke, mit schönen jungen Mädchen, die Chiffonkleider trugen, welche ihnen meist ganz zufällig vom Körper fielen. Da waren auch Strohhüte, Fahrräder mit Körbchen, Heuschober und samtene Interieurs, Rosen und Tüll und eine sanft dahinplätschernde Musik von Francis Lai (Bild: Bilitis)

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Wohnen mit Wohnlandschaften

Samt hiess in den Seventies Velours und war der Lieblingsstoff in Sachen Polster. Es musste einfach alles weich sein! Kein Wunder wurde in den Siebziger Jahren auch die Wohnlandschaft erfunden, die Supersofas die oft ganze Räume füllten. Man wohnte ganz einfach darauf, nicht selten hatten sie eingebaute Regale, Fernseher und Beleuchtung. Was nicht von der Wohnlandschaft besetzt wurde bespannte man noch mit einem flauschigen Teppich, der meist nicht nur die Böden, sondern oft auch Teile von Wänden bedeckte. Die schlanken Nachkommen der Wohnlandschaften, die heute viele Wohnzimmer zieren,  sind die Eckgruppen (Bild über: ideefixedujour)

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Der typische Wohnstil der Seventies

Stellen Sie sich vor Sie haben noch all die tollen Designerstücke der Sechziger Jahre und dann kommt die Blümchenära! So etwa kann man in Kürze den typischen Stil der Seventies beschreiben. Mit Vorliebe wurden die Wände mit einer meist poppigen, sich in ziemlich starken Farben zeigenden Blümchentapete bezogen. Das war dann die Bühne zu vielen weissen Möbeln, Designstücke, schlichte Regale und poppige Einzelsteile. In den Seventies gab es auch viele Wohnaccessoires, die keinen Sinn machten, einfach nur schön, verspielt und dekorativ waren. Eine grosse Liebe hatte man zu Spiegeln, Muschelplättchen und Objekten, die sich irgendwie bewegten. Da war aber auch der Flirt mit dem Antiken, Verspielten und Herzigen: Omas Schaukelstuhl etwa, Himmelbetten, Korbmöbel, Geschirr, das Äpfel oder Birnen zeigte, Gläser mit Reliefmustern und Fonduepfannen! (Bild über: glen.h flickr)

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Mauerblümchen machten sich überall breit

Eigentlich war alles niedlich und nett und doch anders wie zuvor. Die Blumenmuster etwa sie zeigen sich poppig, grafisch und in starken Farben. Und sie waren überall und mit Vorliebe an Wänden, das als Tapeten oder Kacheln. (Bild über: missretromodernflickr)

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Supermodel aus gutem Haus: Marisa Berenson

Supermodels gab es schon lange vor Christie, Linda und Naomie. In den Seventies war eines der begehrtesten Models Marisa Berenson, die Enkeltochter der Modeschöpferin Elsa Schiaparelli. Sie hatte alles was man sich wünscht, eine atemberaubende Schönheit, Stil und Allüre. Yves Saint Laurent nannte Sie das It-Girl der Seventies, Zu den Freunden ihrer Eltern gehörten Ikonen wie Greta Garbo, Audrey Hepburn oder Diana Vreeland, letztere entdeckte sie denn auch als Model. Viele der fanatischen Bildern sind im Buch: „Marisa Berenson, a life in pictures“ von Rizzoli, zu bewundern. Hier posiert sie, im typischen Seventies Style zuhuase auf dem Sofa mit poppigen Herzkissen, Spielsachen, Schosshündchen und Kunst. (Bild über: Marisa Berenson tumblr)

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Die Schönheit von Barry Lindon

Marisa wurde auch zum Filmstar. Sie wirkte mit in Filmen wie „Tod in Venedig“ von Lucchino Visconti oder „Cabaret“ von Bob Fosse. Ihre absolute Starrolle aber war in Barry Lyndon von Stanley Kubrick. Da spielte sie die Ehefrau von Barry Lyndon, so schön wie aus einem Gemälde von Gainsborough.

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Die Stars kamen nicht alle aus Hollywood

Ich schwärmte in dieser Zeit total von Dominque Sanda. Die blonde, entrückt wirkende französische Schönheit spielte in Filmen wie „Der Garten der Finzi Contini“ oder Bertoluccis „1900“ mit Robert de Niro und Gerard Depardieu –  und auch sie war zuvor ein Model.

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Flower Power, der sich in Rauch auflöst

In den Seventies war das Rauchen noch total cool und chic! Wir wollten alle rauchen und ich übte tapfer mit einem Päckli Select vor dem Spiegel, denn rauchen musste auch elegant aussehen. Mein Ziel war, wenn ich denn das Rauchen auch richtig gelernt habe „Eve“ zu rauchen. Diese Zigaretten waren dünn und hatten Blümchen am Filter – und ich weiss noch genau wie sie schmeckten. Sie waren auch ein bisschen teurer als andere und man rauchte sie nicht kettenartig sondern eben mit Stil und richtigen Moment!

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Blumen aus Krepp-Papier und andere Träume

Enden wir die kleine Reise in die romantischen Seventies, wie wir sie begonnen haben, mit Blumen! Etwas, das wohl in allen Seventies Buden und Teenagerzimmern blühte waren übergrosse Krepp-Papierblumen. Man konnte sie fertig kaufen in Boutiquen oder man bastelte sie, stellte sie in grosse Glasvasen und fühlte sich absolut hip – ein Begriff, der damals natürlich nicht existierte! (Bild über: vintagegal)

 

 

Marianne Kohler Nizamuddin


Marianne Kohler Nizamuddin ist Stylistin und Journalistin. Sie begann ihre Karriere als Textildesignerin und arbeitete in Paris und New York, bevor sie einige Jahre das Moderessort der Zeitschrift «Annabelle» leitete. Heute arbeitet sie in den Bereichen Styling, Creative Direction und Consulting. Zudem ist sie die Autorin von Sweet Home, dem meist gelesenen Interior-Blog der Schweiz, der fünfmal in der Woche auf Tagesanzeiger/Newsnet erscheint. Marianne Kohler Nizamuddin lebt mit ihrem englischen Mann David und ihrem Hündchen Miss C. in Zürich.