Keine Angst vor Gemütlichkeit

by Marianne Kohler Nizamuddin, 8. Januar 2018

Offene Räume, grosse Fensterfronten, einzelne Designerstücke, das sind die beliebtesten Lieblingszutaten für schönes Wohnen, besonders hierzulande. Wieso aber ist die Angst vor der Gemütlichkeit so gross? Dabei ist das Zuhause doch der Zufluchtsort vor dem hektischen Alltag und eine persönliche kleine Welt, in der man nach seinen eigenen Vorstellungen leben kann. Hier finden Sie 12 Vorschläge, die Lust auf gemütliches Wohnen machen.

1 — Platz für eine Leseecke

Eine Wohnung ohne Bücher wirkt meiner Meinung nach oberflächlich und macht sie eher zum unpersönlichen Hotelzimmer. Deshalb sind Bücher auf einem Regal, ein komfortabler Sessel und eine Leselampe die Hauptzutaten für eine gute Portion Gemütlichkeit. Hier ist eine Leseecke im «New-Country-Stil» charmant und mit viel Individualität umgesetzt. Ein grosses, rustikales Holzregal ist mit den Lieblingsbüchern gefüllt und wird mit persönlichen Gegenständen zum Leben erweckt. Davor steht ein klassischer Sessel, der mit hellblauem Wollstoff bezogen ist und mit seiner kühlen Farbe einen harmonischen Kontrast zum warmen Holzregal bietet. Stellen Sie neben Sessel und Sofas kleine Beistelltische für noch mehr Komfort. Bild über: Desire to Inspire.

2 — Ein grosser Tisch mit Charakter

Zusammen an einem Tisch zu sitzen, zu essen und zu plaudern: Das ist wahre Gemütlichkeit. Wenn der Tisch auch noch Charakter hat und lebendig wirkt, weil er alt ist oder wenn spezielle Stühle um ihn herumstehen, dann wirkt auch das Esszimmer gemütlicher. Stellen Sie frische Blumen auf den Tisch, auch wenn keine Gäste da sind, hängen Sie eine hübsche Lampe darüber, die stimmungsvolles Licht gibt und arbeiten Sie auch mal am Esstisch. Ein solcher Tisch voller Leben, erfüllt einen mit Lebensfreude. Bild über: Paonote Room 269.

3 — Kleider für Wände

Wenn die Wände Farbe bekennen oder gar mit Tapeten geschmückt sind, wirken Sie angezogen und Räume bekommen mehr Tiefe. Das hilft, auch einen unscheinbaren Raum wohnlicher erscheinen zu lassen. Diese Tapete zeigt gleich eine ganze Bücherwand als Trompe-l’Oeil-Effekt. Bild über: Abigail Ahern.

4 — Bilder an die Wand

Auch Bilder ziehen eine Wand an, mit ihnen lassen sich persönliche Geschichten erzählen und die Freude an Kunst, Farbe oder Dekoration ausleben. So individuell wie ein Wohnstil sein kann, so viele verschiedene Arten gibt es mit Bildern umzugehen. Bilder sind die visuellen Verwandten der Bücher, auch sie sagen viel aus über den Bewohner. Bild über: My Ideal Home.

5 — Kissen zum Kuscheln

Textilien machen eine Wohnung warm, sie geben ihr Weichheit und Komfort. Eine Kuscheldecke auf dem Sofa, einige Kissen und schon ist es bequemer und gemütlicher. Mit diesen Wohntextilien lässt sich der Look eines Sofas verändern. Achten Sie aber darauf, dass der Stil passt. Himmelblaue Baumwollkissen mit Blümchen und Rüschen machen aus einem schlichten Ledersofa kein Landhausexemplar. Jetzt im Winter sorgt vor allem  für Wärme, im Sommer können ein Quilt die Wolldecke ersetzen und Muster ein wenig Fröhlichkeit vermitteln. Bild aus meinem Portfolio.

6 — Stimmungsvolles Licht

Das Licht ist der Stimmungsmacher Nummer eins. Wenn das Licht zu grell ist, nützt die gemütlichste Einrichtung nichts. Wählen Sie also lieber mehrere, punktuell eingesetzte Lichtquellen, die einzelne Ecken und Wohnsituationen beleuchten, anstelle von Deckenleuchten, die ganze Räume ausleuchten. Diese edlen, farbigen Glasleuchten sind von Curiousa.

7 — Holz ins Haus

Materialien, die direkt aus der Natur kommen, geben einem Zuhause etwas Vertrautes und machen es dadurch wohnlicher. Besonders Holz mit seiner Struktur, Farbe, seinem Duft und seiner Lebendigkeit ist der Inbegriff von Gemütlichkeit. Das heisst nun aber nicht, dass eine moderne Mietwohnung in ein Chalet verwandelt werden soll, aber schon eine einzelne Holzwand kann für Tiefe und Wärme sorgen. Bild über: Pinterest.

8 — Bäuerliche Einfachheit

Ganz nach dem Motto: «Vorwärts in die Vergangenheit» schauen die Trendmacher im Interiorbereich immer öfter in die einfachen, ursprünglichen Bauernhäuser dieser Welt. Es ist die Schlichtheit, das Praktische und Alltagstaugliche, das auch im modernen Leben am besten funktioniert. So nennen sich diese Trends New Nordic, Landhausstil oder Modern Country. Sie haben alle eines gemeinsam: die Umsetzung bäuerlicher Einfachheit im heutigen Leben. Bild über: Pinterest.

9 — Mehr Persönlichkeit in die Küche

Auch Einbauküchen dürfen zum Leben erweckt werden. Hier helfen Farbe, Fantasie, Sinn für Humor und die Liebe  zum Detail. Bilder, Vasen mit Blumen, farbige Stühle, ein Tablett mit Gläsern und Getränken, hübsch verpackte Esswaren, Ferienerinnerungen: Sie alle können einer Küche Persönlichkeit geben und sie so wohnlicher und einladender machen. Bild über: The Marion House Book.

10 — Wärme ins Badezimmer

Was für die Einbauküche geht, funktioniert auch im Badezimmer. Mit einem schicken Upgrading wird es zum kleinen Spa zu Hause. Wer sagt denn, dass Sie unbedingt diesen lustigen, farbigen Plastikduschvorhang und die poppigen Accessoires ins Bad stellen müssen? Hier braucht es keine Spasskultur, sondern sanften Stil und Harmonie. Montieren Sie einen Leinenvorhang ausserhalb des weissen, wasserfesten Duschvorhanges, wählen Sie flauschige Badetücher in einer natürlichen, neutralen Farbe wie Grau, Beige, Braun – dazu ein edler Korb, ein schöner Stuhl und schon ist das Bad wohnlich und warm. Bild über: The Marion House Book.

11 — Mut zum Stilmix

Modernes mit Antikem, Fernöstliches mit Nordischem, Buntes mit Blassem: Mischen Sie verschiedene Stile zu einem Stil, der zu Ihrer Persönlichkeit passt und in dem Sie sich wohlfühlen. Richten Sie die Wohnung nicht ein, um Ihren Freunden zu imponieren oder weil Sie unbedingt den Stil Ihrer coolen Nachbarn nachahmen möchten. Der Wohnbereich ist sehr persönlich, das ist die Umgebung, in der Sie sich am meisten aufhalten, in dem alle Ihre Sachen sind: Es ist Ihr Zuhause! Bild über: Paonote Room 269.

12 — Mehr Zeit zuhause

Zu Hause bleiben ist das neue Ausgehen. Mal ehrlich: So gut ist die Pasta beim Italiener gar nicht, im Kino nervt der Nachbar und im Club ist es viel zu laut für eine anständige Unterhaltung. Gerade im Januar ist man gerne wieder zu Hause, geniesst die eigene Küche, schaut den Lieblingsfilm auf DVD und quatscht stundenlang auf dem Sofa: ganz besonders, wenn das Zuhause gemütlich und komfortabel eingerichtet ist, der Kühlschrank voll ist und ein paar neue Bücher auf dem Regal sind. Bild über: Paonote Room 269.

Bildercredits: 
Paonote Room 269The Marion House BookPinterestCuriousaMy Ideal HomeAbigail Ahern,  Desire to Inspire,

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Marianne Kohler Nizamuddin


Marianne Kohler Nizamuddin ist Stylistin und Journalistin. Sie begann ihre Karriere als Textildesignerin und arbeitete in Paris und New York, bevor sie einige Jahre das Moderessort der Zeitschrift «Annabelle» leitete. Heute arbeitet sie in den Bereichen Styling, Creative Direction und Consulting. Zudem ist sie die Autorin von Sweet Home, dem meist gelesenen Interior-Blog der Schweiz, der fünfmal in der Woche auf Tagesanzeiger/Newsnet erscheint. Marianne Kohler Nizamuddin lebt mit ihrem englischen Mann David und ihrem Hündchen Miss C. in Zürich.