Category: Interior

Rosa Räume

by Marianne Kohler Nizamuddin, 20. Februar 2018

Die berühmte Stil-Ikone und Vogue-Moderedaktorin Diane Vreeland sagte einst: «Pink ist das Marineblau Indiens.» Sie hat sich natürlich auf die Mode bezogen. Pink wurde im Westen zwar nie zum Klassiker aber eine Lieblingsfarbe der Modemacher, der Exzentriker, der Stars und der Girlie-Industrie. Pink oder Rosa können aber mehr, vor allem im Interiorbereich. Da sind sie ein starkes Statement, eine Farbe, die positiv wirkt und viel Stil hat. Sehen Sie selbst:

Rosa ist nicht kitschig

Keine Farbe ist an sich kitschig, nur ihre Anwendung kann das bewirken oder verhindern. Hier sind alle Wände dieses Zimmer mutig in starkem Rosa gestrichen. Die Möbel aber und die Wohnaccessoires sind natürlich und unkompliziert. Da keine anderen Pastelltöne und keine verspielten Formen dazu kombiniert sind, wirkt hier Rosa einfach nur stark. Bild über: Apartmentdreams.

Rosa weckt auf

Keine andere Farbe bringt so viel Energie in den Wohnbereich wie Pink. Es hat eine ähnliche Signalwirkung wie Rot aber nicht dessen Aggressivität. Es wirkt so intensiv wie Gelb, ist aber viel kühler und Rosa schafft es, dass alles davor viel stärker zur Geltung kommt. Bild über: Solid Frog.

Rosa beweist Mut

Dieser Raum zeigt deutlich, was Diane Vreeland mit ihrem Zitat meinte. Starkes Rosa weckt Assoziationen an Indien, denn dort wird es so selbstverständlich eingesetzt, wie bei uns die Klassiker und Naturfarben. Dieser klassische Raum wird zum starken Stil-Statement durch die ungewohnte, starke Farbe und bekommt auch etwas Orientalisches, Exotisches, Fremdes. Bild über: Solid Frog.

Rosa gibt Wärme

Hier ist nochmals derselbe Raum wie auf dem ersten Bild zu sehen, nur aus einer anderen Perspektive. Wären hier die Wände weiss geblieben, würde der Raum viel kühler wirken. Rosa hat ihn warm und wohnlich gemacht. Mehr noch: Es lässt Alltägliches als etwas ganz Besonderes wirken. Bild über: Denise at Home.

Rosa besänftigt

Eine farbige Wand hilft praktisch immer, einem Raum mehr Gehalt, Tiefe und Stil zu geben. Rosa ist auch eine sanfte Farbe und beruhigt. Perfekt also für Arbeitszimmer, Schlafräume, Kinderzimmer. Bild über: Interiors Porn.

Rosa hat Humor

Es passt durchaus in eine supercoole Umgebung, mit wenig anderen Farben und reduzierter Einrichtung. Es bricht die Strenge, sorgt für Weiblichkeit, kokettiert und bringt Charme ins Haus. Bild über: Interiors Porn.

Rosa bleibt der Liebling der Modedesigner

Der englische Modemacher Paul Smith hat seine Boutique an der Melrose Avenue in Los Angeles unübersehbar gemacht – mit Pink natürlich! Paul Smith Melrose-Boutique.

Rosa kann schockieren

Das dachte sich Elsa Schiaparelli, die avantgardistische Konkurrentin von Coco Chanel und machte die leuchtende Farbe zu ihrem Markenzeichen. Die Modemacherin, die in den 20er Jahren bekannt wurde, liebäugelte mit dem Surrealismus, hat Kleider mit Hummermotiv entworfen und Hüten die Formen von Schuhen oder Telefonen gegeben. Und sie hat ihr Parfüm «Shocking Pink» getauft.

Designer lassen Pink einziehen

Der Modemacher Matthew Williamson liebt starke Farben nicht nur für seine Kollektionen auf dem Laufsteg, sondern richtet sich auch damit ein. Seine Wohnung ist somit auch der Liebling aller Interior-Magazine. (Bild: Elle Decoration.

Bildercredits: 

Elle DecorationPaul Smith Melrose-BoutiqueInteriors PornDenise at Home,Solid Frog,Apartmentdreams,

Blaupause

by Marianne Kohler Nizamuddin, 13. Februar 2018

Blau ist nicht gerade die gemütlichste Farbe und doch lieben wir sie. Wenn nach der Lieblingsfarbe gefragt wird, ist Blau die häufigste Antwort. Blau ist sanft, harmonisch und königlich. Die Farbe weckt Sehnsucht und beruhigt.

Lange war Blau von den Laufstegen verbannt. Doch besonders in seiner leuchtendsten Strahlkraft, dem Ultramarin, gab Blau in den 80er Jahren den Modeton an. Damals kaufte man sich auch die tintenblauen Knautschsofas, die jedem Wohnzimmer unbeholfene WG-Atmosphäre verleiht haben. Bild über: Lotta Agaton.

Ultramarinblau ist das leuchtende Blau, das sich näher im Rotbereich als im Grünbereich befindet. Es strahlt und hat Kraft. In der Kunst wurde es oft eingesetzt, um das Gewand der Maria leuchten zu lassen. Zu Berühmtheit ist Blau in den monochromen Werken von Yves Klein gelangt. In den 80er Jahren war es Modefarbe Nummer eins. Claude Montana, ein Stardesigner dieser glamourösen Modedekade, hat es mit seinen breitschultrigen, raffiniert geschnittenen Kreationen zum Objekt der Begierde gemacht. Bild: String Furniture über Coco Lapine Design.

Nun ist Blau mit dem Revival der Eighties aber wieder da – und zwar nicht nur auf dem Catwalk, sondern auch zu Hause. Es hat die Knautschsofazeit überwunden und nimmt  ganz selbstbewusst Raum ein. Wenn Mode und Interiordesign sich treffen, spielt Blau immer eine Rolle. So zeigt denn auch die Kollektion von Missoni Home viele Stücke in starken Blautönen.

Dieser schlichte Holztisch ist mit der leuchtenden blauen Farbe zu einem Prunkstück geworden. Bild über Interiors Porn.

Königsblau zeigt sich sinnlich und mystisch, wenn es mit dunklen Tönen kombiniert wird. Hier steht eine blaue Sinfonie, wie ein Kunstwerk, vor einer braunen, ornamentalen Tapete. Bild über: Desire to inspire.

Unkompliziert und gemütlich wird Blau hier mit allerlei Grautönen kombiniert. Rustikale Materialien, Handgestricktes und Gehäkeltes vertragen sich ganz gut mit der leuchtenden, supercoolen Farbe und bringen sie in einen wohnlichen, trendigen Kontext. Bild über: Room 269.

Knalliges Blau ist nicht gerade die wärmste Farbe. Mit Holz, Braun und warmen Goldtönen kombiniert wirkt es wie ein edles Schmuckstück. Gerade der improvisierte, individuelle Industrial-Chic bekommt mit einer starken Farbe wie Ultramarin einen Kick und wirkt so persönlicher. Bild über: Interiors Porn.

Blau als Wandfarbe wirkt wie ein Himmel, vor dem alles wertvoll und edel hervorgehoben wird. Bild über: Solid Frog.

Blau und Grün sind ein starkes Trendpaar, das sehr oft an den Interiormessen gezeigt wird. Kombinationen von Farben, die nahe beieinander stehen, wurden in 70er Jahren oft eingesetzt. Sie irritieren ein wenig und haben eine sanfte Schockwirkung. Andere solche Paare sind Pink und Orange, Violett und Pink oder Orange und Gelb. Bild: Zanotta.

Bildercredits: 
ZanottaSolid FrogInteriors PornRoom 269Desire to inspireMissoni HomeString Furniture, Coco Lapine DesignLotta Agaton,

Geliebte Kommode

by Marianne Kohler Nizamuddin, 6. Februar 2018

Die Bayern brauchen das Wort kommod, wenn sie bequem oder angenehm meinen. Und das ist sie auch, die Kommode, ein angenehmes, hilfreiches, praktisches und eigentlich fast immer hübsches Möbelstück. Ihre Verwandten sind trendy, wie das Sideboard etwa, oder klein wie das Nachttischchen oder mager wie die Konsole. Keines dieser Möbelstücke aber ist so beständig und vielseitig wie die Kommode. Sie ist einfach da, wo wir sie brauchen, und bietet auf eine ihr eigene, diskrete Art viel Platz für unsere Sachen. Sie war oft das erste Möbelstück, dem wir einen neuen Look verpassten. Wir erbten sie, haben sie im Brockenhaus gefunden oder geschenkt bekommen. Sie ist mit uns von der WG in die erste eigene Wohnung bis in unser jetziges Zuhause gezogen. Sie ist das einzige Möbelstück, das immer da ist, nie in Mode war und nie aus der Mode kam. Sie ist wirklich praktisch und passt als Einzelstück eigentlich überall rein. Wir lieben sie einfach!

 1 Wunderbar wandelbar

Kommoden haben oft schon viele Anstriche überlebt. Einmal abgelaugt, erblühen sie immer wieder zu neuem Leben und spiegeln die Persönlichkeit oder den momentanen Lebensabschnitt des Besitzers wieder. Dieser Zickzack-Anstrich mit Vintagefinish ist sehr gelungen. Er geht frech über die ganze Kommode und verleiht ihr viel Frische. Bild über: Rural Girl.

2 Diskretes Prunkstück

Wenn Sie eine schöne, alte Kommode finden, reicht oft eine einfache weisse Lasur, und sie wirkt immer noch schön und alt (aber zugleich auch frisch und sauber). Hier wurde ein schönes, altes Bild darüber gehängt, und Wohnaccessoires, Fotos und kleine Fundstücke machen sie zum stolzen, aber diskreten Prunkstück. Bild über: Blue Deer.


3 Pragmatischer Mitbewohner

Ein gutes Beispiel dafür, dass Kommoden eigentlich überall stehen können, sogar mittendrin. Sie sind ansehnlich, praktisch, bieten Stauraum und Ausstellfläche, kommen aber selbstverständlicher daher als Sideboards, da sie weniger prätentiös sind. Bild über: First Home.

4 Moderner Klassiker

Kommoden kann man aber auch neu kaufen, und diese werden dann eines Tages die Erbstücke von morgen. Ein schönes Beispiel dafür ist diese schlichte, solide Holzkommode von Pfister. Sie passt wunderschön in ein Schlafzimmer, macht sich aber auch in einer Wohnsituation gut, im Entree zum Beispiel.

5 Im unkomplizierten Vintagestil

Diese Kommode von House Doctor ist neu, zeigt sich aber im unkomplizierten, improvisiert wirkenden Vintagestil. Die Schubladen haben verschiedene Looks und Farben, alles zusammen wirkt wie eine freche Collage.

6 Mit Kreativpotenzial

Nicht die konventionelle Art eines Make-overs. Aber Kommoden sind geduldig und sehen mit einem extravaganten Kleid respektvoll aus. Bild über: Blue Deer.

7 Ein Juwel im Bad

Wenn Platz da ist, ist eine Kommode im Bad ein kleiner Luxus. Sie bietet Platz für alle Tücher und Toilettenartikel und macht das Badezimmer superwohnlich und elegant. Bild über: First Home.

8 Erbstücke, die wir lieben

Dieses stattliche Erbstück, das meine Freunde in einem Ferienhaus stehen haben, ist stilgemäss mit drei antiken Spiegeln bestückt, die nicht nur toll aussehen, sondern auch das Licht reflektieren. Bild: MKN.

9 Perfekt fürs Boudoir

Möbel, die mit Spiegel eingekleidet sind, wirken leicht, fast transparent, sind wie Schmuckstücke und reflektieren den Raum und die Dinge um sie herum. Diese Kommode von Ikea ist schlicht in der Form und wirkt wie ein kleiner Zauberschrank.

10 Passt immer

Nützen Sie Zwischenräume, Nischen und Ecken für die Platzierung von Kommoden. So bekommen diese unscheinbaren Plätze eine gewisse Grandezza. Bild über: Blue Deer.

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Blue DeerIkeaFirst Home, House Doctor, Pfister,Rural Girl,

Farbe um den Tisch

by Marianne Kohler Nizamuddin, 30. Januar 2018

Vielleicht geht es Ihnen wie mir und Sie haben an den Festtagen gemerkt, dass ein paar Stühle fehlen oder dass es höchste Zeit ist, das Stuhlproblem um den Tisch zu lösen. Wählen Sie Farbe! Das lässt eine Tischrunde viel lockerer wirken und frischt tüchtig auf. 

1 Pretty in Pink

Richtig eingesetzt ist Pink eine gewagte, raffinierte und modische Wohnfarbe, weit weg von Barbiekitsch und Co. Hier kokettiert der Klassiker von Arne Jacobsen aus dem Jahre 1952 mit einem schweren, grossen Holztisch.

Shoppingtipp: Stuhl Ameise von Fritz Hansen
 

2 Stuhl mit Stil

Einer der beliebtesten Stühle in stylishen Schweizer Esszimmern ist der Eames Stuhl. Wir begegneten ihm auch bei einigen Sweet-Home-Hausbesuchen. Hier zeigt er sich in ganz unterschiedlichen Farben mit viel Eleganz um eine lange weisse Tafel vor grauen Wänden. Bild über: Guesthouse.

ShoppingtippStuhl von Eames über Vitra
 

3 Einfach wohnlich

Farbige Stühle im Midcentury Retrostil sind praktische und sehr wohnliche Tischgesellen. Hier ein attraktives Beispiel von Interio.

4 Landhaus modern

Wir wünschen uns trotz, oder vielleicht gerade wegen unseres urban bestimmten Alltags ein wenig den Charme vom Land. So zeigen sich Landhausstile in verschiedenen Looks. Hier sehen wir eine moderne, sehr frische Umsetzung mit farbig lackierten Holzstühlen von Pfister, Versuchen Sie ruhig auch mal verschiedene Farben um einen Tisch, das lockert auf und nimmt einer Tischsituation jegliche Strenge.

5 Pop mit Eleganz

Ein kleines Stuhlwunder ist der linear geschwungene Kunststoffstuhl Masters von Kartell. Er verbindet, typisch italienisch, Moderne mit Pop, Klassik und Eleganz. Hier ist der Stuhl in verschiedenen Farben um einen Holztisch im Retrolook kombiniert. Mit oder ohne die dramatische Tapete im Hintergrund sieht diese Zusammenstellung einfach begehrenswert aus. Bild über: Honeyhouse.

Shoppingtipp: Stuhl Masters von Kartell
 

6 Shocking Pink für Wiener-Klassiker

Farbe kann aber auch auf eine ganz einfache Art am Tisch Platz nehmen. Streichen Sie Ihre alten Stühle wie hier zum Beispiel formschöne Wienerstühle in einer frechen Farbe wie Shocking Pink. Bild über: Interiorsporn.

7 Diese Familie kann wachsen

Hier lädt eine sanfte Landhaustafel zum gemütlichen Zusammensitzen ein. Das Geniale dabei ist, dass die einzelnen Stühle in Form und Farbe unterschiedlich sind aber stilmässig Verwandtschaft zeigen und somit eine gemütliche und entspannte Harmonie ausstrahlen.Bild über: Life is simple.

8 Der kleine Unterschied

Eine wunderschöne Idee: Die Stuhllehnen dieser Wienerstühle sind mit zarten Puderfarben lackiert. Was hier Stil und Auflockerung in ein Restaurant bringt, funktioniert auch zu Hause gut.Bild über: Nest pretty things.

9 Retro mit Leichtkraft

Wenn Sie in einem Vintage-Geschäft alte Retrostühle finden, geben Sie ihnen mit starkfarbigem Polsterstoff ein neues zeitgemässeres Leben. Bild über: Beautiful Soup.

Bildercredits: Beautiful Soup, Nest pretty thingsLife is simpleInteriorspornHoneyhouse, Interio, Pfister, Guesthouse,

Lust auf neue Wohnideen

by Marianne Kohler Nizamuddin, 23. Januar 2018

Lust nach Veränderung? Wie wärs mit ein wenig Wohnungumstellen? Sie können auch  gewisse Wohnprobleme lösen, die schon lange anstehen. Hier finden Sie neun Ideen, die alle mit wenig Aufwand und ein bisschen Geschick umsetzbar sind.

Der Vorhang, mit dem die Garderobe verschwindet

Mit einem Vorhang, der den Eintritt in die Wohnung abgrenzt, wird ein kleiner Raum geschaffen, der die tägliche Unordung von Jacken, Taschen, Schulsachen, Schuhen, schmutzigen Stiefeln und Hundeleinen versteckt. Mit dem Vorhang wird zugleich eine Art theatralische Grosszügkeit geschaffen und Farbe in den Wohnraum gebracht. Eine solche Lösung kann auch gut in einer Nische entstehen. Hier ist es ein eleganter, grauer Taftvorhang, der einer Garderobe ein Upgrading gibt. Bild über: Interiors Porn.

Die Bühne für das Bett

Schaffen Sie mehr Platz und heben Sie ein Bett auf ein Podest. So entsteht ein Raum im Raum, wie ein kleines, erhöhtes Zimmer. Das ist zum Beispiel eine gute Lösung für eine Ein-Zimmerwohnung, um dem Bett mehr Privatsphäre zu geben. Der Unterbau ist aus Holz. Wer handwerklich begabt ist, kann sich so was selber zimmern, andere holen einen Schreiner zur Hilfe. Praktisch ist der Stauraum, der in dem Unterbau entstehen kann. Hier wird er als Büchergestell benützt und ist erst noch beleuchtet mit Lichtspots. Bild über: Convoy.

Das mobile Bücherregal

Wer viele Bücher hat, kennt es: Die Idee mit den schönen, edlen Exemplaren auf dem Couchtisch funktioniert nicht wirklich, denn die Bücher häufen sich – es überbordet schnell. Die Lust zu blättern und zu schmökern verfliegt rasch. Ein solcher Rollkorpus ist eine hübsche und praktische Lösung. So kann man seine Auswahl wie in einer Bibliothek überall im Raum mitnehmen oder den Korpus einfach wie ein kleines Regal an einem geeigneten Ort stehen lassen. Bild über: Convoy.

Der Wasserhahn kann Lavabos mehr Stil geben

Alle, die in Mietwohnungen wohnen, kennen das Problem: Oft sind Küche und Bad nicht gerade ein Highlight. Mit einem neuen Wasserhahn erhalten Lavabos, auch solche in 70er-Jahre-Farben, einen neuen Look. Diese orangen, einfachen Hähne verwandeln die olivefarbenen Lavabos und machen sie recht ansehnlich. Halten Sie in Baubedarfgeschäften, Onlineshops und Sanitärfachgeschäften Ausschau nach einem tollen Stück. Bild über: Denise at Home.

Der Blumentopfständer dient als Nachttischchen

Setzen Sie einen charmanten Zimmerpflanzenständer aus den Fifties, den Sie mit ein wenig Glück und Geduld in Brockenhäusern oder auf Flohmärkten finden können, als Nachttischchen ein. So können Sie Leuchte, Bücher, Frühstück und Wecker auf verschiedenen Etagen platzieren und erst noch viel Persönlichkeit ins Schlafzimmer zaubern. Bild über: The Decorista.

Mit Farbe wirkt alles besser

Regale mit Vorhängen können auch chic daherkommen, besonders wenn sie wie hier Farbe angenommen haben. Einfache Regale sind in der selben Farbe wie die Vorhänge lackiert. So wirkt eine Lösung fertig und nicht etwa improvisiert oder provisorisch. Bild über: Cabbage rose.

Langweilige Schranktüren bekommen einen neuen Look

Die coole, englische Interiordesignerin Abigail Ahern hat mit diesen neonfarbenen Griffen einem langweiligen Schrank ein frisches Aussehen verpasst. Diese und andere tolle Ideen finden Sie in ihrem Buch: Get Creative!

Hervorheben statt verdecken

Radiatore sind nicht immer die schönsten Mitbewohner. Versuchen Sie gar nicht erst, diese zu verstecken, sondern geben Sie ihnen einen Coolness-Faktor und heben Sie sie hervor, wie hier zum Beispiel mit vielen Familienfotos und Postkarten drumherum. Bild über: Loveology.

Das Bettende nicht vergessen

Meistens geschieht am Ende des Bettes nicht viel! Dabei kann dieser Platz für einiges benützt werden. Als Stauraum zum Beispiel: Dieses Regal bietet viel davon. Aber auch eine Bank oder, traditionell englisch, ein kleines Sofa können dort Platz nehmen und zur Wohnlichkeit eines Schlafzimmers beitragen. Bild über: Designsponge.

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Designsponge, LoveologyAbigail AhernCabbage roseThe DecoristaDenise at HomeConvoyInteriors Porn,

Kelly Wearstler: Wohnen im Hollywood-Stil

by Marianne Kohler Nizamuddin, 21. Januar 2018

Nicht nur der Glamour der Stars schlägt Wellen in unserem Trendbewusstsein, der üppige, amerikanische Einrichtungsstil fasziniert genauso. Und da ist die amerikanische Interiordesignerin Kelly Wreastler ganz vorne mit dabei.

Mit diesem opulenten glamourösen Stil ist die amerikanische Interiordesignerin Kelly Wearstler selbst zum Star geworden. Sie richtet Villen, Wohnungen und Luxushotels ein, als wären sie glamouröse Filmkulissen. Kelly Wearstler erzeugt mit Möbeln, Accessoires, Stoffen und Farben einen ähnlichen Effekt wie die «Sex and City»-Stylistin Patricia Field mit Kleidern, Schuhen und Handtaschen: Sie kreiert einen attraktiven Look, der voller Verweise auf andere Stile ist. Rosa ist bei ihr eine wichtige Farbe. Es glänzt hier in Lack und Satin. Geschwungene Beine werden zum Pendant des Rüschenkleids und pompöse Lampen so etwas wie die High Heels der Wohnungen, die sie einrichtet.

Hollywood-Regency oder Maximalismus nennt sich der  aufwändige Einrichtungsstil. Kelly Wearstler packt moderne, starke Farben und klare Linien zum ultraglamourösen, protzigen Stil des alten Hollywood. So hat sie ihre Linie gefunden: Sitzgruppen, die vielen Gästen Platz bieten und Unterhaltungen möglich machen; Couchtische, die voll beladen sind mit den neusten «Coffeetable-Books» und schicke Dekorationsgegenstände; Tischleuchten, die paarweise neben den Sitzmöbeln eingesetzt werden und natürlich viele Spiegel, damit Räume und Eitelkeiten doppelt wirken.

Art Deco war der erste Wohnstil, der globalisiert und kommerzialisiert wurde, und das natürlich dank den Hollywoodfilmen der 20er- und 30er-Jahre. So wird er denn auch von Kelly Wearstler geschickt zitiert.

Mehr ist mehr: Wieso reduzieren, wenn es auch grösser und üppiger geht? Regency, bei uns als Empire bekannt, ist der Stil, mit dem Napoleon die alten Römer nachahmte, und so seiner Umgebung die Grösse verpasste, nach der er strebte. Und Grösse und Status ist auch der Grundton, der sich durch den Hollywood-Regency-Stil zieht. Kelly Wearstler dekoriert hier mit riesigen Skulpturen, Vasen, Blumen und Leuchten.

Auch Graffiti kann salonfähig sein. Kelly Wearstler kokettiert mit Elementen aus den verschiedensten Dekaden und mischt sie fulminant zu ihrem Stil zusammen.

Kelly Wearstler ist so schön und elegant wie die Supermodels und Filmstars, für die ihr Einrichtungsstil gedacht ist. Sie ist 43 Jahre alt und hat in Boston Interiordesign und Grafik studiert. Ihren Studentenkredit zahlte sie mit dem Geld zurück, das sie verdiente, als sie für «Playboy» modelte. Sie zog nach dem Studium nach Los Angeles und hoffte, im Filmbusiness Fuss zu fassen, was sie dann aber aufgab. Stattdessen gründete sie ein Einrichtungsgeschäft. Nachdem sie das Haus eines Immobilienunternehmers eingerichtet hatte, überredete sie diesen dazu, sie ein 40er-Jahre-Hotel in Beverly Hills einrichten zu lassen. Damit bekam sie eine öffentliche Plattform, wurde berühmt, heiratete den Immobilienunternehmer und ist nun Mutter von zwei Kindern, Autorin von drei Büchern, hat eigene Kollektionen für Stoff-, Teppich- oder Porzellanfirmen entworfen und ist nun daran, auch in der Modebranche mitzumischen.

Hier sind einige Produkte, die von Kelly Wearstler entworfen wurden: links ein Muster aus der Tapeten- und Stoffkollektion für die Firma Schumacher, das zum Beispiel die Wohnung von Chloë Sevigny schmückt; rechts oben, ein Teppich für die englische Firma The Rug Companyund unten Porzellan für Pickard.

Das Buch der amerikanischen Star-Designern hat den Titel Hue, was soviel heisst wie Farbton oder Geschrei. Auf jeden Fall sind die Inneinrichtungstipps darin alles andere als bescheiden.

Bildercredits:
Kelly Wearstler,

Versuchen Sie es auf die sanfte Tour

by Marianne Kohler Nizamuddin, 16. Januar 2018

Sanftheit ist die neue Klassik. Sie tut uns gut, macht unser Heim zum Refugium und ist trendbeständig.

Wohnen tut jeder, wie er will und kann. Wohnen ist eine sehr persönliche Angelegenheit. Es richtet sich gegen innen, im Gegensatz zur Mode, mit der wir uns ganz direkt nach aussen präsentieren. Der Wohnbereich gehört uns: Die einen öffnen ihn lieber, die anderen brauchen ihn vor allem für den Rückzug. So oder so verbringen wir viel Zeit in unseren vier Wänden und je wohler es uns darin ist, umso entspannter fühlen wir uns. Trends stören manchmal, sind zu unruhig oder zu oberflächlich. Sanftes Wohnen beruhigt durch natürliche Farben, edle Materialien, harmonische Platzausnützung und Schönheit.

Sanfte Farben beruhigen, geben uns das Gefühl von Schutz und Harmonie. Gerade als Gegensatz zum hektischen, schnellen Alltag tun sie dem Wohnbereich besonders gut. Sanfte Farben nehmen Bezug auf die Natur, erinnern uns an Dinge, die wir als besonders schön und entspannend empfinden, wie hier diese Kombination von Muscheltönen und Sandfarben. Bild über: The Marion House Book.

Schöne Dinge sind mehr als nur Dekoration. Sie können uns mit ihrer Schönheit glücklich machen, durch den täglichen Anblick oder das Anordnen und Pflegen der Sachen, die uns umgeben und Entspannung und Zufriedenheit vermitteln. So sind denn Vasen, Dosen, Blumen, Fundgegenstände, edle Textilien nicht einfach nur für den praktischen Gebrauch gut, sondern auch Teil unserer Kreativität und Alltagskultur. Bild über Denise at Home.

Wohlfühlen ist wichtig. Je wohnlicher und bequemer ein Raum eingerichtet ist, umso lieber hält man sich darin auf. Edle Stoffe, die man gerne anfasst. Milde Farben, die durch ihre Zurückhaltung Platz machen. Lichtquellen, die da sind, wo man sie braucht. Weiche Felle und Teppiche, auf denen man auch gerne barfuss geht. Das alles bringt Sinnlichkeit und Wohlbefinden in die Wohnung. Bild über: One Hour.

Auch Starkes strahlt Ruhe aus. So kann ein farbiges Möbelstück in einer zurückhaltenden Umgebung herausleuchten und zu etwas Besonderem werden, wie eine Blume auf der Wiese oder ein Goldfisch im Teich und etwas vervollkommnen, das sonst vielleicht eintönig oder unscheinbar wirkt. Bild über: Denise at Home.

Wecken Sie die Freude am Einfachen. Machmal sind es ein paar Gräser, eine schöne Flasche, eine besondere Kerze oder die Kombination von ein paar unterschiedlichen Dingen. Bild über: Solid Frog.

Etwas Besonderes bringt Luxus ins Alltagsleben. Hier ist es edle Leinenbettwäsche in einer ungewohnten Farbe. Mit ihr wird auch ein schlichtes Bett auf dem Boden zum edlen Stück. Gerade das Mokkabraun und die schöne, gekrinkelte Leinenstruktur wirken verhalten und stark zugleich, und sind ein gutes Beispiel, wie unkompliziert sanftes Wohnen sein kann. Bild über Convoy.

Sanftes Wohnen bedeutet auch die Liebe zum Detail. Dezente Akzente können mit Stillleben gesetzt werden. Sie sind lebendige Bilder, die überall und ganz zufällig entstehen können. Dinge, die in Form und Farbe verwandt sind, zusammengestellt, liebevoll arrangiert sind mehr als nur einfache effektvolle Dekoration. Sie regen an, wecken die Freude an der Schönheit. Bild über: One Hour.

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One Hour,  Convoy, Solid FrogDenise at HomeThe Marion House Book,

Keine Angst vor Gemütlichkeit

by Marianne Kohler Nizamuddin, 8. Januar 2018

Offene Räume, grosse Fensterfronten, einzelne Designerstücke, das sind die beliebtesten Lieblingszutaten für schönes Wohnen, besonders hierzulande. Wieso aber ist die Angst vor der Gemütlichkeit so gross? Dabei ist das Zuhause doch der Zufluchtsort vor dem hektischen Alltag und eine persönliche kleine Welt, in der man nach seinen eigenen Vorstellungen leben kann. Hier finden Sie 12 Vorschläge, die Lust auf gemütliches Wohnen machen.

1 — Platz für eine Leseecke

Eine Wohnung ohne Bücher wirkt meiner Meinung nach oberflächlich und macht sie eher zum unpersönlichen Hotelzimmer. Deshalb sind Bücher auf einem Regal, ein komfortabler Sessel und eine Leselampe die Hauptzutaten für eine gute Portion Gemütlichkeit. Hier ist eine Leseecke im «New-Country-Stil» charmant und mit viel Individualität umgesetzt. Ein grosses, rustikales Holzregal ist mit den Lieblingsbüchern gefüllt und wird mit persönlichen Gegenständen zum Leben erweckt. Davor steht ein klassischer Sessel, der mit hellblauem Wollstoff bezogen ist und mit seiner kühlen Farbe einen harmonischen Kontrast zum warmen Holzregal bietet. Stellen Sie neben Sessel und Sofas kleine Beistelltische für noch mehr Komfort. Bild über: Desire to Inspire.

2 — Ein grosser Tisch mit Charakter

Zusammen an einem Tisch zu sitzen, zu essen und zu plaudern: Das ist wahre Gemütlichkeit. Wenn der Tisch auch noch Charakter hat und lebendig wirkt, weil er alt ist oder wenn spezielle Stühle um ihn herumstehen, dann wirkt auch das Esszimmer gemütlicher. Stellen Sie frische Blumen auf den Tisch, auch wenn keine Gäste da sind, hängen Sie eine hübsche Lampe darüber, die stimmungsvolles Licht gibt und arbeiten Sie auch mal am Esstisch. Ein solcher Tisch voller Leben, erfüllt einen mit Lebensfreude. Bild über: Paonote Room 269.

3 — Kleider für Wände

Wenn die Wände Farbe bekennen oder gar mit Tapeten geschmückt sind, wirken Sie angezogen und Räume bekommen mehr Tiefe. Das hilft, auch einen unscheinbaren Raum wohnlicher erscheinen zu lassen. Diese Tapete zeigt gleich eine ganze Bücherwand als Trompe-l’Oeil-Effekt. Bild über: Abigail Ahern.

4 — Bilder an die Wand

Auch Bilder ziehen eine Wand an, mit ihnen lassen sich persönliche Geschichten erzählen und die Freude an Kunst, Farbe oder Dekoration ausleben. So individuell wie ein Wohnstil sein kann, so viele verschiedene Arten gibt es mit Bildern umzugehen. Bilder sind die visuellen Verwandten der Bücher, auch sie sagen viel aus über den Bewohner. Bild über: My Ideal Home.

5 — Kissen zum Kuscheln

Textilien machen eine Wohnung warm, sie geben ihr Weichheit und Komfort. Eine Kuscheldecke auf dem Sofa, einige Kissen und schon ist es bequemer und gemütlicher. Mit diesen Wohntextilien lässt sich der Look eines Sofas verändern. Achten Sie aber darauf, dass der Stil passt. Himmelblaue Baumwollkissen mit Blümchen und Rüschen machen aus einem schlichten Ledersofa kein Landhausexemplar. Jetzt im Winter sorgt vor allem  für Wärme, im Sommer können ein Quilt die Wolldecke ersetzen und Muster ein wenig Fröhlichkeit vermitteln. Bild aus meinem Portfolio.

6 — Stimmungsvolles Licht

Das Licht ist der Stimmungsmacher Nummer eins. Wenn das Licht zu grell ist, nützt die gemütlichste Einrichtung nichts. Wählen Sie also lieber mehrere, punktuell eingesetzte Lichtquellen, die einzelne Ecken und Wohnsituationen beleuchten, anstelle von Deckenleuchten, die ganze Räume ausleuchten. Diese edlen, farbigen Glasleuchten sind von Curiousa.

7 — Holz ins Haus

Materialien, die direkt aus der Natur kommen, geben einem Zuhause etwas Vertrautes und machen es dadurch wohnlicher. Besonders Holz mit seiner Struktur, Farbe, seinem Duft und seiner Lebendigkeit ist der Inbegriff von Gemütlichkeit. Das heisst nun aber nicht, dass eine moderne Mietwohnung in ein Chalet verwandelt werden soll, aber schon eine einzelne Holzwand kann für Tiefe und Wärme sorgen. Bild über: Pinterest.

8 — Bäuerliche Einfachheit

Ganz nach dem Motto: «Vorwärts in die Vergangenheit» schauen die Trendmacher im Interiorbereich immer öfter in die einfachen, ursprünglichen Bauernhäuser dieser Welt. Es ist die Schlichtheit, das Praktische und Alltagstaugliche, das auch im modernen Leben am besten funktioniert. So nennen sich diese Trends New Nordic, Landhausstil oder Modern Country. Sie haben alle eines gemeinsam: die Umsetzung bäuerlicher Einfachheit im heutigen Leben. Bild über: Pinterest.

9 — Mehr Persönlichkeit in die Küche

Auch Einbauküchen dürfen zum Leben erweckt werden. Hier helfen Farbe, Fantasie, Sinn für Humor und die Liebe  zum Detail. Bilder, Vasen mit Blumen, farbige Stühle, ein Tablett mit Gläsern und Getränken, hübsch verpackte Esswaren, Ferienerinnerungen: Sie alle können einer Küche Persönlichkeit geben und sie so wohnlicher und einladender machen. Bild über: The Marion House Book.

10 — Wärme ins Badezimmer

Was für die Einbauküche geht, funktioniert auch im Badezimmer. Mit einem schicken Upgrading wird es zum kleinen Spa zu Hause. Wer sagt denn, dass Sie unbedingt diesen lustigen, farbigen Plastikduschvorhang und die poppigen Accessoires ins Bad stellen müssen? Hier braucht es keine Spasskultur, sondern sanften Stil und Harmonie. Montieren Sie einen Leinenvorhang ausserhalb des weissen, wasserfesten Duschvorhanges, wählen Sie flauschige Badetücher in einer natürlichen, neutralen Farbe wie Grau, Beige, Braun – dazu ein edler Korb, ein schöner Stuhl und schon ist das Bad wohnlich und warm. Bild über: The Marion House Book.

11 — Mut zum Stilmix

Modernes mit Antikem, Fernöstliches mit Nordischem, Buntes mit Blassem: Mischen Sie verschiedene Stile zu einem Stil, der zu Ihrer Persönlichkeit passt und in dem Sie sich wohlfühlen. Richten Sie die Wohnung nicht ein, um Ihren Freunden zu imponieren oder weil Sie unbedingt den Stil Ihrer coolen Nachbarn nachahmen möchten. Der Wohnbereich ist sehr persönlich, das ist die Umgebung, in der Sie sich am meisten aufhalten, in dem alle Ihre Sachen sind: Es ist Ihr Zuhause! Bild über: Paonote Room 269.

12 — Mehr Zeit zuhause

Zu Hause bleiben ist das neue Ausgehen. Mal ehrlich: So gut ist die Pasta beim Italiener gar nicht, im Kino nervt der Nachbar und im Club ist es viel zu laut für eine anständige Unterhaltung. Gerade im Januar ist man gerne wieder zu Hause, geniesst die eigene Küche, schaut den Lieblingsfilm auf DVD und quatscht stundenlang auf dem Sofa: ganz besonders, wenn das Zuhause gemütlich und komfortabel eingerichtet ist, der Kühlschrank voll ist und ein paar neue Bücher auf dem Regal sind. Bild über: Paonote Room 269.

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Paonote Room 269The Marion House BookPinterestCuriousaMy Ideal HomeAbigail Ahern,  Desire to Inspire,

Willkommen im Blue Room!

by Marianne Kohler Nizamuddin, 1. Juni 2015

In regelmässigen Wellenbewegungen kommen und gehen Trends und mit ihnen die Farben. Blau, eine konservative Farbe, war während den späten Neunziger Jahren und Anfang des neuen Jahrtausend sowohl vom Laufsteg wie auch aus der Wohnung vertrieben. Doch nun sehen plötzlich alle wieder Blau! Zuerst das leuchtende Ultramarin und nun sanftes Himmelblau und kühles Türkis.

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Willkommen im blauen Raum

Die Zeit der Dämmerung ist die blaue Stunde, die einst Dichter und Poeten zu melancholischen Gedanken inspirierte und heute als Cocktailstunde bekannt ist. Blau ist eine Farbe, die auf jeden Fall träumen lässt, denn sie ist die Farbe des Himmels, des Wassers und der Unendlichkeit. (Bild über: Pinterest)

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Blau als Wandfarbe

Tauchen Sie einen Raum in Blau und schaffen damit eine traumhafte Atmosphäre. Die schönsten Blautöne hat die englische Farbfirma Farrow and Ball, ein Liebling ist das St. Giles Blue, das sogar aus dem 17. Jahrhundert stammt.

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Blaue Gutenachtgeschichte

Blau ist einen gute Farbe für Schlafzimmer, es beruhigt und lässt träumen. Wunderschön ist hier wie die Mischung von hellen Blautönen mit einer Decke in Leopardenmuster aufgeweckt wird. Leo- Bettwäsche gibt es übrigens bei H+M Home. (Bild über: desire to inspire)

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Blau ist einfach himmlisch

Manchmal hat man das Glück in einem wunderschönen Haus arbeiten zu können, in das man sonst nie Einblick bekommen hätte. Auf diesem Fotoshooting für einen grossen Möbelkatalog war das der Fall. Da stand eine herrschaftliche Villa leer und wartete auf einen neuen Mieter. Die Fotografin Rita Palanikumar und ich entdeckten einen kleinen Salon, dessen Wände mit himmelblauer Seide waren und die gewölbte Decke holde Rokokostukaturen zeigte. So stellten wir dort ein kleines, blaugraues Salonsofa im Retrolook mitten in den Raum, gaben ihm ein kleines Beistelltischchen und eine mit Rosen gefüllte Vase, die auf dem Bild auf eine ganz himmlische Art vom Licht geküsst wird.

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Ein Teppich wie ein Swimmingpool

iIn Farbe auftauchen kann man auch ohne grosse Aufwand, einfach mit einem leuchtend blauen Teppich. Teppiche sind unterschätzte Einrichtungsgegenstände, dabei geht ohne sie gar nichts! Erst mit Teppichen ist ein Raum fertig eingerichtet, ein Stil definiert und Wohnlichkeit entstanden. Dieses wunderschöne Exemplar ist von Pfister und das Foto ist auf einem der kreativen Shootings für das Möbelhaus entstanden. Das Styling ist von mir, das Foto von Martina Meier.

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Der allerschönste blaue Raum der Welt

Als ich in München wohnte war die Entdeckung der Amalienburg eines der schönsten Raumerlebnisse. Das Lust-und Jagdschloss, das Kurfürst Karl Albrecht für seine Gemahlin, die Kaisertochter Maria Amalia bauen liess ist ein Rokokotraum vom schönsten. Das blaue Zimmer zeigt ein sanftes himmlisches helles Blau, ist rundum mit Spiegeln versehen und über und über verziert mit silbernen Ornamenten. Selbstverständlich sind auch die anderen Räume Kunstwerke der besonderen Art: da gibt es ein zartgelbes Ruhezimmer, einen Gemäldesalon und eine ziemlich exotische Küche.

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Ein Gesellschaftstraum-Raum

Chips Channon, einem reichen Gesellschafts-Mann der 30er Jahre, hat die Amalienburg so gut gefallen, dass er den blauen Saal in  in seiner Londoner Residenz am Belgrave Square nachbauen liess. Einer seiner vielen glamourösen Freunde, der Society-und Modefotograf Cecil Beaton hat Channon’s Salon gerne als Fotolocation für seine Aufnahmen benutzt. Die Zeit zwischen den Weltkriegen war für die Reichen und Schönen in England eine riesengrosse Party. Wer ein bisschen in diese Zeit, die auch sehr ambivalent war, tauchen möchte, der liest die Tagebücher von Chips Channon. Da wird seine Freundschaft zu David, König Edward VIII und spätere Herzog von Windsor, beschrieben, endlose Parties und Gesellschaftsanlässe aber auch Channons Bewunderung die er für die deutschen Nazis hegte! (Bild über: the peak of chic)

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Nymphenburg ist angerichtet

Das wunderschöne exklusive Nymphenburger Porzellan wird in einer Manufaktur im Schlosspark von Nymphenburg hergestellt. Mit dem Fotografen Andreas Achmann habe ich es hier mitten in der fantastischen Amalienburg auf einem Tisch von Saarinen angerichtet

 

Marianne Kohler Nizamuddin


Marianne Kohler Nizamuddin ist Stylistin und Journalistin. Sie begann ihre Karriere als Textildesignerin und arbeitete in Paris und New York, bevor sie einige Jahre das Moderessort der Zeitschrift «Annabelle» leitete. Heute arbeitet sie in den Bereichen Styling, Creative Direction und Consulting. Zudem ist sie die Autorin von Sweet Home, dem meist gelesenen Interior-Blog der Schweiz, der fünfmal in der Woche auf Tagesanzeiger/Newsnet erscheint. Marianne Kohler Nizamuddin lebt mit ihrem englischen Mann David und ihrem Hündchen Miss C. in Zürich.