Keine Angst vor Gemütlichkeit

by Marianne Kohler Nizamuddin, 8. Januar 2018

Offene Räume, grosse Fensterfronten, einzelne Designerstücke, das sind die beliebtesten Lieblingszutaten für schönes Wohnen, besonders hierzulande. Wieso aber ist die Angst vor der Gemütlichkeit so gross? Dabei ist das Zuhause doch der Zufluchtsort vor dem hektischen Alltag und eine persönliche kleine Welt, in der man nach seinen eigenen Vorstellungen leben kann. Hier finden Sie 12 Vorschläge, die Lust auf gemütliches Wohnen machen.

1 — Platz für eine Leseecke

Eine Wohnung ohne Bücher wirkt meiner Meinung nach oberflächlich und macht sie eher zum unpersönlichen Hotelzimmer. Deshalb sind Bücher auf einem Regal, ein komfortabler Sessel und eine Leselampe die Hauptzutaten für eine gute Portion Gemütlichkeit. Hier ist eine Leseecke im «New-Country-Stil» charmant und mit viel Individualität umgesetzt. Ein grosses, rustikales Holzregal ist mit den Lieblingsbüchern gefüllt und wird mit persönlichen Gegenständen zum Leben erweckt. Davor steht ein klassischer Sessel, der mit hellblauem Wollstoff bezogen ist und mit seiner kühlen Farbe einen harmonischen Kontrast zum warmen Holzregal bietet. Stellen Sie neben Sessel und Sofas kleine Beistelltische für noch mehr Komfort. Bild über: Desire to Inspire.

2 — Ein grosser Tisch mit Charakter

Zusammen an einem Tisch zu sitzen, zu essen und zu plaudern: Das ist wahre Gemütlichkeit. Wenn der Tisch auch noch Charakter hat und lebendig wirkt, weil er alt ist oder wenn spezielle Stühle um ihn herumstehen, dann wirkt auch das Esszimmer gemütlicher. Stellen Sie frische Blumen auf den Tisch, auch wenn keine Gäste da sind, hängen Sie eine hübsche Lampe darüber, die stimmungsvolles Licht gibt und arbeiten Sie auch mal am Esstisch. Ein solcher Tisch voller Leben, erfüllt einen mit Lebensfreude. Bild über: Paonote Room 269.

3 — Kleider für Wände

Wenn die Wände Farbe bekennen oder gar mit Tapeten geschmückt sind, wirken Sie angezogen und Räume bekommen mehr Tiefe. Das hilft, auch einen unscheinbaren Raum wohnlicher erscheinen zu lassen. Diese Tapete zeigt gleich eine ganze Bücherwand als Trompe-l’Oeil-Effekt. Bild über: Abigail Ahern.

4 — Bilder an die Wand

Auch Bilder ziehen eine Wand an, mit ihnen lassen sich persönliche Geschichten erzählen und die Freude an Kunst, Farbe oder Dekoration ausleben. So individuell wie ein Wohnstil sein kann, so viele verschiedene Arten gibt es mit Bildern umzugehen. Bilder sind die visuellen Verwandten der Bücher, auch sie sagen viel aus über den Bewohner. Bild über: My Ideal Home.

5 — Kissen zum Kuscheln

Textilien machen eine Wohnung warm, sie geben ihr Weichheit und Komfort. Eine Kuscheldecke auf dem Sofa, einige Kissen und schon ist es bequemer und gemütlicher. Mit diesen Wohntextilien lässt sich der Look eines Sofas verändern. Achten Sie aber darauf, dass der Stil passt. Himmelblaue Baumwollkissen mit Blümchen und Rüschen machen aus einem schlichten Ledersofa kein Landhausexemplar. Jetzt im Winter sorgt vor allem  für Wärme, im Sommer können ein Quilt die Wolldecke ersetzen und Muster ein wenig Fröhlichkeit vermitteln. Bild aus meinem Portfolio.

6 — Stimmungsvolles Licht

Das Licht ist der Stimmungsmacher Nummer eins. Wenn das Licht zu grell ist, nützt die gemütlichste Einrichtung nichts. Wählen Sie also lieber mehrere, punktuell eingesetzte Lichtquellen, die einzelne Ecken und Wohnsituationen beleuchten, anstelle von Deckenleuchten, die ganze Räume ausleuchten. Diese edlen, farbigen Glasleuchten sind von Curiousa.

7 — Holz ins Haus

Materialien, die direkt aus der Natur kommen, geben einem Zuhause etwas Vertrautes und machen es dadurch wohnlicher. Besonders Holz mit seiner Struktur, Farbe, seinem Duft und seiner Lebendigkeit ist der Inbegriff von Gemütlichkeit. Das heisst nun aber nicht, dass eine moderne Mietwohnung in ein Chalet verwandelt werden soll, aber schon eine einzelne Holzwand kann für Tiefe und Wärme sorgen. Bild über: Pinterest.

8 — Bäuerliche Einfachheit

Ganz nach dem Motto: «Vorwärts in die Vergangenheit» schauen die Trendmacher im Interiorbereich immer öfter in die einfachen, ursprünglichen Bauernhäuser dieser Welt. Es ist die Schlichtheit, das Praktische und Alltagstaugliche, das auch im modernen Leben am besten funktioniert. So nennen sich diese Trends New Nordic, Landhausstil oder Modern Country. Sie haben alle eines gemeinsam: die Umsetzung bäuerlicher Einfachheit im heutigen Leben. Bild über: Pinterest.

9 — Mehr Persönlichkeit in die Küche

Auch Einbauküchen dürfen zum Leben erweckt werden. Hier helfen Farbe, Fantasie, Sinn für Humor und die Liebe  zum Detail. Bilder, Vasen mit Blumen, farbige Stühle, ein Tablett mit Gläsern und Getränken, hübsch verpackte Esswaren, Ferienerinnerungen: Sie alle können einer Küche Persönlichkeit geben und sie so wohnlicher und einladender machen. Bild über: The Marion House Book.

10 — Wärme ins Badezimmer

Was für die Einbauküche geht, funktioniert auch im Badezimmer. Mit einem schicken Upgrading wird es zum kleinen Spa zu Hause. Wer sagt denn, dass Sie unbedingt diesen lustigen, farbigen Plastikduschvorhang und die poppigen Accessoires ins Bad stellen müssen? Hier braucht es keine Spasskultur, sondern sanften Stil und Harmonie. Montieren Sie einen Leinenvorhang ausserhalb des weissen, wasserfesten Duschvorhanges, wählen Sie flauschige Badetücher in einer natürlichen, neutralen Farbe wie Grau, Beige, Braun – dazu ein edler Korb, ein schöner Stuhl und schon ist das Bad wohnlich und warm. Bild über: The Marion House Book.

11 — Mut zum Stilmix

Modernes mit Antikem, Fernöstliches mit Nordischem, Buntes mit Blassem: Mischen Sie verschiedene Stile zu einem Stil, der zu Ihrer Persönlichkeit passt und in dem Sie sich wohlfühlen. Richten Sie die Wohnung nicht ein, um Ihren Freunden zu imponieren oder weil Sie unbedingt den Stil Ihrer coolen Nachbarn nachahmen möchten. Der Wohnbereich ist sehr persönlich, das ist die Umgebung, in der Sie sich am meisten aufhalten, in dem alle Ihre Sachen sind: Es ist Ihr Zuhause! Bild über: Paonote Room 269.

12 — Mehr Zeit zuhause

Zu Hause bleiben ist das neue Ausgehen. Mal ehrlich: So gut ist die Pasta beim Italiener gar nicht, im Kino nervt der Nachbar und im Club ist es viel zu laut für eine anständige Unterhaltung. Gerade im Januar ist man gerne wieder zu Hause, geniesst die eigene Küche, schaut den Lieblingsfilm auf DVD und quatscht stundenlang auf dem Sofa: ganz besonders, wenn das Zuhause gemütlich und komfortabel eingerichtet ist, der Kühlschrank voll ist und ein paar neue Bücher auf dem Regal sind. Bild über: Paonote Room 269.

Bildercredits: 
Paonote Room 269The Marion House BookPinterestCuriousaMy Ideal HomeAbigail Ahern,  Desire to Inspire,

Lust auf frisches Grün

by Marianne Kohler Nizamuddin, 4. Januar 2018

Im Januar erwachen die ersten Frühlingsgefühle, neue Energien werden frei und damit auch die Lust auf Frisches, Knackiges und Grünes auf dem Teller. Hier finden Sie schnelle, einfache und besondere Rezepte für Gemüse und Wintersalate.

Grüne Energie

Tun Sie sich etwas Gutes und essen Sie mehr Grün! Gemüse wie Grünkohl, Spinat, Rosenkohl oder Broccoli schmecken nicht nur fantastisch, sondern sind sehr gesund. Bild: Tartelette Blog.

Japanischer Spinat

Kochen Sie Spinat einmal auf die japanische Art. Bild: Scaling Back.

Zutaten:

  • 1 Packung Spinatblätter
  • 1 EL Sesamöl
  • 1 EL Sojasauce
  • 1 EL Sesamsamen, geröstet

Zubereitung:

Geben Sie etwas Sesamöl und eine zerquetschte Knoblauchzehe in eine grosse Pfanne und erhitzen Sie alles und geben dann den Spinat bei. Zudecken, schütteln und so lange kochen bis er zusammenfällt. Pressen Sie ihn aus, aber nicht allzu fest und lösen Sie die einzelnen Blätter ein wenig von einander, eventuell ein wenig schneiden. Nun geben Sie den Spinat in eine Schüssel und mischen das restliche Sesamöl, die Sojasauce und die gerösteten Sesamsamen darunter.

Broccoli auf die sizilianische Art

Mediterran kochen ist immer gesund und bringt auch noch ein wenig Sommerstimmung mitten in den Winter.  Bild: Eatingclub Vancouver.

Zutaten:

  • Broccoli, in Röschen geschnittenen
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 Knoblauchzehe, gepresst
  • 1/2  ganzer, getrockneter Peperoncino, gehackt oder im Mörser zerstossen
  • 5 Sardellenfilets
  • 1 Handvoll Pinienkerne
  • 1 Handvoll Rosinen
  • 1 Zitrone
  • Salz und Pfeffer

Zubereitung:

Geben Sie das Olivenöl in eine Pfanne und danach den Knoblauch, den Peperoncino und die Sardellenfilets dazu. Erhitzen Sie alles auf mittlerer Stufe bis der Knoblauch anfängt zu duften, dann geben Sie die Pinienkerne und die Rosinen dazu. Langsam auf nicht allzu hohem Feuer langsam rösten, etwa 10 Minuten.  Schneiden Sie den Broccoli in Röschen und dämpfen diese kurz bis sie gar, aber noch sehr knackig sind. Nunpressen Sie den Saft der Zitrone darüber und mischen die Ponienkernen-Rosinen-Mischung unter.

Geröstete grüne Bohnen mit Zitrone

Einfach rösten statt dämpfen und schon wird aus einem Gemüsegericht ein ganz anderes! Bild: Foodiebride.

Zutaten:

  • Grüne Bohnen
  • 3 EL Olivenöl
  • 1/2  Peperoncino, gehackt
  • 2 Knoblauchzehen, gepresst
  •  Saft und geriebene Schale einer Zitrone
  • Salz und Pfeffer

Zubereitung:

Erhitzen Sie das Olivenöl mit dem Knoblauch und dem Peperoncino. Kurz bevor der Knoblauch Farbe annimmt, herausnehmen. Die Bohnen beigeben und gut vermischen. Auf ein mit Backpapier belegtes Backblech verteilen und im auf 200 Grad vorgeheizten Ofen ca. 10-15 Min. rösten. Die geriebene Zitronenschale darüber verteilen, mit dem Zitronensaft übergiessen und nach Geschmack salzen und pfeffern.

Chinesische Broccoli mit Austernsauce

Ein Klassiker in chinesischen Restaurants, schnell nachgemacht und funktioniert natürlich auch mit herkömmlichen Broccoli. Bild: MKN.

Zutaten:

  • chinesische Broccoli oder normale Broccoli
  • 1,5 EL Erdnuss- oder Sonnenblumenöl
  • 3 Knoblauchzehen, gepresst
  • 1/2 Glas leichte Gemüsebouillon
  • 1 ELchinesischer Reiswein
  • 1 Prise Zucker
  • 3 cm Ingwer in Ringe geschnitten, die Ringe leicht quetschen
  • 3 EL Austernsauce
  • 1 Spritzer Sesamöl

Zubereitung:

Broccoli rüsten, in einem Schälchen Bouillon, Reiswein und Zucker mischen, das Öl im Wok oder in der Bratpfanne erhitzen und den Knoblauch darin rösten bis er goldbraun ist, danach den Ingwer beigeben und nochmals kurz rösten, die Broccoli beigeben und gut mit dem Knoblauch-Ingweröl mischen. Mit der Bouillonmischung ablöschen, die Pfanne zudecken, die Temperatur reduzieren und das Gemüse einige Minuten kochen, so dass es noch knackig ist. Das Gemüse auf eine Platte legen, den Knoblauch und den Ingwer rausnehmen, die Austernsauce und das Sesamöl beigeben, aufkochen und über die Broccoli giessen.

Avocado-Brot

Schneiden Sie eine Avocado in gleichgrosse Schnitze. Toasten Sie ein Stück dunkles Brot, belegen Sie es mit der Avocado, würzen Sie die Avocado mit frisch gemahlenem, bunten Pfeffer, und beträufeln Sie das belegte Brot mit Olivenöl und Zitronensaft. Bild: A Cozy Kitchen.

Spinatsalat mit gebratenen Champignons

Waschen Sie die Spinatblätter, putzen Sie die Champignons und braten Sie diese in ein wenig Olivenöl an, salzen. Geben Sie die Spinatblätter in eine Schüssel und mischen Sie sie mit Zitronensaft, Olivenöl, Salz und Pfeffer. Geben Sie die warmen Champignons darüber und raspeln Sie Parmesan, Sbrinz oder Pecorino Romano darüber. Bild: My Nycfoodblog.

Wintersalat mit Orangen

Schneiden Sie einen Lattich in Streifen, schälen Sie eine Orange und schneiden Sie sie in Ringe oder filettieren Sie die Orange. Schneiden Sie einen Fenchel in Streifen, mischen Sie die Zutaten auf Tellern. Bereiten Sie eine Sauce aus Orangensaft, Rotweinessig, Honig, Salz und Olivenöl zu. Beträufeln Sie den Salat mit der Sauce und geben Sie auf jeden Salatteller einen guten Esslöffel Granatapfelkerne. Bild: Good Life Eats.

Erbsli mit Speck und Zwiebeln

Braten Sie Speckwürfelchen mit wenig Öl knusprig und legen Sie sie auf Küchenpapier, so dass dieses das Fett aufsaugt. Braten Sie einige Zwiebeln an und geben Sie eine Packung gefrorene Erbsen dazu, geben Sie einen Esslöffel Wasser dazu und kochen Sie die Erbsen einige Minuten weich. Mischen Sie die Erbsen mit den Speckwürfelchen, richten Sie sie in einer Schüssel an und reiben sie frischen Parmesan, Sbrinz oder Pecorino Romano darüber. Bild: Two Spoons.

Salat mit Lattich, Avocado und Kartoffeln

Kochen Sie Kartoffelstücke in Salzwasser, schneiden Sie Lattich in Streifen und die Avocado in Schnitze. Mischen Sie die noch lauwarmen Kartoffeln mit einer Salatsauce aus Zitronensaft, Senf, Honig Salz und Pfeffer, geben Sie den Lattich, einige Spinatblätter und die Avocadoschnitze dazu.  Bild: Two Spoons

Bildercredits: 
Two SpoonsGood Life EatsMy Nycfoodblog,A Cozy KitchenFoodiebrideMKNEatingclub VancouverScaling Back, Tartelette Blog,

 

Ab sofort wird alles besser!

by Marianne Kohler Nizamuddin, 3. Januar 2018

Nichts gegen grosse, gute Vorsätze, meistens aber bleiben diese im anrollenden Alltag, der sich im neuen Jahr auch nicht gross verändern wird, stecken. Nützen Sie die Energie des Jahresanfangs trotzdem, aber für kleine Veränderungen, die sich ohne grossen Aufwand und ganz schnell umsetzen lassen.

Ich werde freundlicher

Mehr lächeln, freundlich grüssen, ein paar nette Worte und Gesten machen eindeutig glücklicher. Und zwar nicht nur die anderen, sondern auch Sie selbst. Denn mal ehrlich, wer muffig durch den Alltag geht, dem wird auch nicht viel Freundlichkeit entgegengebracht. Machen Sie also den ersten Schritt, lächeln Sie Ihre Mitmenschen an, bringen Sie Ihren Bürokollegen einen Kaffee mit – samt Gipfeli für die Abteilung, plaudern sie ein paar Minuten mit Ihren Nachbarn und grüssen Sie auch im Supermarkt nett zurück. Bild über: Retrochic.

Ich starte gesund in den Tag

Trinken Sie ein Glas heisses Wasser mit dem Saft einer ausgepressten Zitrone und einem Stück geriebenem Ingwer vor dem Frühstück. Das reinigt, entgiftet und gibt Ihnen einen guten Energieschub für den Tag. Bild über: Dinnerfiles.

Ich nehme mir Zeit für ein gutes Frühstück

Eine halbe Stunde länger schlafen, macht Sie auch nicht glücklicher beim Aufstehen. Stellen Sie also den Wecker ein bisschen früher, so haben Sie Zeit für ein richtiges Frühstück. Streichen Sie sich ein gutes Stück Schwarzbrot mit Honig, trinken Sie Fruchtsäfte, bereiten Sie sich Müsli-Mischungen vor. Bild über: Pinterest.

Ich führe eine Woche lang ein Foodtagebuch

Schreiben Sie einfach mal eine ganze Woche auf, was Sie alles essen. Beim Durchlesen merken Sie dann, ob Sie wirklich genügend Früchte und Gemüse essen. Wenn Sie es schwarz auf weiss sehen, unternehmen Sie vielleicht eher etwas und essen mehr Gesundes. Bild über: Paper & Stitch.

Ich werde langsamer

Auch wenn es seltsam klingt: Wenn Sie ein wenig langsamer werden, sparen Sie schlussendlich Zeit. Sie verhindern übereilte Entschlüsse, denken ein wenig länger nach, bevor Sie etwas unternehmen oder entscheiden. So müssen Sie später nicht Zeit investieren, um Fehler auszubessern. Auch aufs Tram rennen oder im Auto hetzen, bringt nur Ärger oder Stress und das alles wegen ein paar wenigen Minuten. Planen Sie Ihren Tag gut, stehen Sie früher auf und verschieben Sie Termine, die Sie zeitlich nicht gut schaffen. Bild über: Pinterest.

Ich nehme mir mehr Zeit für Freunde

Nichts gegen ein ausgefülltes Berufs- und Familienleben. Aber sich ab und zu mit Freunden zu treffen, lockert den Alltag auf, gibt neue Impulse und macht ganz einfach Spass. Wenn Sie es nie richtig schaffen und Treffen immer wieder auf später verschieben, machen Sie feste «Dates» ab, wie einmal im Monat essen gehen, sich regelmässig im Lieblingscafé sehen oder gemeinsam Spaziergänge unternehmen. Bild über: Retrochic.

Ich bringe neues Leben in die Wohnung

Stellen Sie ein wenig um, schaffen Sie sich diesen schönen Arbeitsplatz am Fenster, den Sie doch schon so lange wollten, leisten Sie sich regelmässig frische Blumen, renovieren und reparieren Sie endlich all diese kleinen Dinge, die bereits lange anstehen und Sie bekommen auf einmal in ein neues, frisches Wohngefühl und damit auch neue Energie. Bild über: Libertyn.

Bildercredits:
LibertynRetrochicPinterestPaper & StitchPinterestDinnerfiles,

Süsse Seventies

by Marianne Kohler Nizamuddin, 30. Juni 2015

Denken wir an die Seventies, kommen uns stilmässig zuerst Pop, Hippie und viel Orange in den Sinn. Dabei waren die Siebzigerjahre auch sehr romantisch, süss und verspielt. Blümchenkleider, Rüschen und Einrichtungen, die viel Samt, Blumentapeten und Omachic zeigten, waren ein wichtiger Teil, dieser leicht verrückten Dekade, die gerade mal wieder voll angesagt ist.

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Flower Power und Blümchen

Die Siebziger Jahre, durch die rosa Brille der Gegenwart betrachtet, waren eine herrliche Zeit, die viele sonderbare und verrückte Dinge in Mode brachte: Schnauz, Bart und lange Haare, freie Liebe und Flowerpower, Maxikleider, Glam-Rock und viel verspielte Romantik, die sich im Alltag verbreitete. Lange Kleider und Schlapphüte waren ganz normale Tagesbekleidung und überall waren Blümchen und Blumen, nicht nur echte, sondern auch solche aus Stoff oder gar gehäkelte. Besonders hübsch sind Häkelblumen  aus Mohairgarn, – versuchen Sie es: HIER finden Sie eine Anleitung dafür. (Bild über: flickr)

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Die Seventies zeigen sich wieder auf der Strasse

Ein stilvolles Trio zeigt, wie chic und elegant die Seventies-Romantik heute aussehen kann. Der Stoff des Maxi-Rüschenkleid erinnert an die Schürzenstoffe des Handarbeitsunterichts und ähnlich züchtig ist auch der Schnitt: Hochgeschlossen, sanfte Puffärmel und lange Manschetten, die zu getragen werden. Dafür kokettiert der offene Schlitz im Jupeteil und lässt Bein und chice, weisse Sandalen erblicken. Auch der Stoff des Hemdkleides, der Orangen und Zitronen zeigt, ist kein eigentlicher Kleiderstoff sondern zeigt ein typisches Motiv aus dem damaligen Gartenmöbelbereich. Mit dieser Art von Dessins waren die Polsterstoffe der Hollywoodschaukeln, Tischdecken  und Zierkissen bedruckt. (Bild über: erineverafter.blogspot)

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Nostalgie von damals

So wie wir heute die Seventies wieder auferstehen lassen, hat man damals, in den echten Seventies, sich von der Jahrhundertwende, der Zeit von 1890 bis zum Beginn des ersten Weltkrieges, inspirieren lassen. Fernsehserien aus dieser Zeit waren Riesenhits, man denke an „Unsere kleine Farm“, Das Haus am Eton Place“ oder  „Die Forsythe Saga“. Aber weil man auch damals die Vergangenheit nicht einfach übernahm sondern in die Gegenwart umsetzte, zeigten die neue alte Mode keine Futter oder Korsetts und man benutzte feine sanftfliessende und transparente Stoffe. Die Haare trug man offen, mit Vorliebe gelockt, und manchmal lose aufgesteckt. (Bild über: superseventies)

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Die grosse Zeit der Laura Ashley

Eine verstand diesen Stil besonders gut umzusetzen, die Engländerin Laura Ashley. Sie gründete gar ein kleines Lifestyle-Imperium und verkaufte in ihren Läden nicht nur Kleider sondern Stoffe, Möbel, Wohnaccessoires und einen kompletten Lebensstil. Noch heute wird oft etwas Romantisches, das an den englischen Landhausstil anmutet mit „Laura-Ashleystil“ bezeichnet. (Bild über: blog.lauraashley

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Die Stilikonen der Seventies

Jede Epoche und jeder Stil hat seine Ikonen und Stars. Bianca Jagger gehörte dazu. Sie hat den Romatic-Look perfektioniert, – geheiratet hat sie übrigens im weissen Hosenanzug mit grossem weissen Schlapphut. Hier trägt sie ein romantisches  Kleid von Ossie Clarke, dem wichtigsten britischen Designer dieser Zeit, der mit seiner Frau, Celia Birtwell einer Textildesignerin zur Fashionelite gehörte. Beide wurden in einem berühmten Bild von David Hockney verewigt. (Bild über: superseventies)

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Der Duft der Zeit

Romantisch waren auch die Parfüms der Siebziger. Allen voran Nina Ricci’s „L’Air du Temps“. Ich weiss noch wie ich mir dieses Parfüm als Teenager sehnlichst wünschte, nicht etwa weil ich wusste wie es duftet, sondern weil die Werbekampagnen, die vom Fotografen David Hamilton mein Balletherz höher schlagen liessen – bekommen habe ich dann „Charlie“, von Revlon!


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David Hamilton und die Mädchen

Keiner konnte den Stil und die Stimmung der süssen Seventies-Romantik so einfangen wie David Hamilton. Er war der Starfotograf seiner Zeit und drehte einen Film, den wir damals und als Klassenausflug im Kino anschauten. „Bilitis“ hiess er und an die Handlung kann ich mich nicht mehr erinnern, ich bin nicht mal sicher ob es überhaupt eine gab. Bilitis war so was wie eine bewegte endlos lange Modestrecke, mit schönen jungen Mädchen, die Chiffonkleider trugen, welche ihnen meist ganz zufällig vom Körper fielen. Da waren auch Strohhüte, Fahrräder mit Körbchen, Heuschober und samtene Interieurs, Rosen und Tüll und eine sanft dahinplätschernde Musik von Francis Lai (Bild: Bilitis)

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Wohnen mit Wohnlandschaften

Samt hiess in den Seventies Velours und war der Lieblingsstoff in Sachen Polster. Es musste einfach alles weich sein! Kein Wunder wurde in den Siebziger Jahren auch die Wohnlandschaft erfunden, die Supersofas die oft ganze Räume füllten. Man wohnte ganz einfach darauf, nicht selten hatten sie eingebaute Regale, Fernseher und Beleuchtung. Was nicht von der Wohnlandschaft besetzt wurde bespannte man noch mit einem flauschigen Teppich, der meist nicht nur die Böden, sondern oft auch Teile von Wänden bedeckte. Die schlanken Nachkommen der Wohnlandschaften, die heute viele Wohnzimmer zieren,  sind die Eckgruppen (Bild über: ideefixedujour)

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Der typische Wohnstil der Seventies

Stellen Sie sich vor Sie haben noch all die tollen Designerstücke der Sechziger Jahre und dann kommt die Blümchenära! So etwa kann man in Kürze den typischen Stil der Seventies beschreiben. Mit Vorliebe wurden die Wände mit einer meist poppigen, sich in ziemlich starken Farben zeigenden Blümchentapete bezogen. Das war dann die Bühne zu vielen weissen Möbeln, Designstücke, schlichte Regale und poppige Einzelsteile. In den Seventies gab es auch viele Wohnaccessoires, die keinen Sinn machten, einfach nur schön, verspielt und dekorativ waren. Eine grosse Liebe hatte man zu Spiegeln, Muschelplättchen und Objekten, die sich irgendwie bewegten. Da war aber auch der Flirt mit dem Antiken, Verspielten und Herzigen: Omas Schaukelstuhl etwa, Himmelbetten, Korbmöbel, Geschirr, das Äpfel oder Birnen zeigte, Gläser mit Reliefmustern und Fonduepfannen! (Bild über: glen.h flickr)

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Mauerblümchen machten sich überall breit

Eigentlich war alles niedlich und nett und doch anders wie zuvor. Die Blumenmuster etwa sie zeigen sich poppig, grafisch und in starken Farben. Und sie waren überall und mit Vorliebe an Wänden, das als Tapeten oder Kacheln. (Bild über: missretromodernflickr)

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Supermodel aus gutem Haus: Marisa Berenson

Supermodels gab es schon lange vor Christie, Linda und Naomie. In den Seventies war eines der begehrtesten Models Marisa Berenson, die Enkeltochter der Modeschöpferin Elsa Schiaparelli. Sie hatte alles was man sich wünscht, eine atemberaubende Schönheit, Stil und Allüre. Yves Saint Laurent nannte Sie das It-Girl der Seventies, Zu den Freunden ihrer Eltern gehörten Ikonen wie Greta Garbo, Audrey Hepburn oder Diana Vreeland, letztere entdeckte sie denn auch als Model. Viele der fanatischen Bildern sind im Buch: „Marisa Berenson, a life in pictures“ von Rizzoli, zu bewundern. Hier posiert sie, im typischen Seventies Style zuhuase auf dem Sofa mit poppigen Herzkissen, Spielsachen, Schosshündchen und Kunst. (Bild über: Marisa Berenson tumblr)

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Die Schönheit von Barry Lindon

Marisa wurde auch zum Filmstar. Sie wirkte mit in Filmen wie „Tod in Venedig“ von Lucchino Visconti oder „Cabaret“ von Bob Fosse. Ihre absolute Starrolle aber war in Barry Lyndon von Stanley Kubrick. Da spielte sie die Ehefrau von Barry Lyndon, so schön wie aus einem Gemälde von Gainsborough.

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Die Stars kamen nicht alle aus Hollywood

Ich schwärmte in dieser Zeit total von Dominque Sanda. Die blonde, entrückt wirkende französische Schönheit spielte in Filmen wie „Der Garten der Finzi Contini“ oder Bertoluccis „1900“ mit Robert de Niro und Gerard Depardieu –  und auch sie war zuvor ein Model.

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Flower Power, der sich in Rauch auflöst

In den Seventies war das Rauchen noch total cool und chic! Wir wollten alle rauchen und ich übte tapfer mit einem Päckli Select vor dem Spiegel, denn rauchen musste auch elegant aussehen. Mein Ziel war, wenn ich denn das Rauchen auch richtig gelernt habe „Eve“ zu rauchen. Diese Zigaretten waren dünn und hatten Blümchen am Filter – und ich weiss noch genau wie sie schmeckten. Sie waren auch ein bisschen teurer als andere und man rauchte sie nicht kettenartig sondern eben mit Stil und richtigen Moment!

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Blumen aus Krepp-Papier und andere Träume

Enden wir die kleine Reise in die romantischen Seventies, wie wir sie begonnen haben, mit Blumen! Etwas, das wohl in allen Seventies Buden und Teenagerzimmern blühte waren übergrosse Krepp-Papierblumen. Man konnte sie fertig kaufen in Boutiquen oder man bastelte sie, stellte sie in grosse Glasvasen und fühlte sich absolut hip – ein Begriff, der damals natürlich nicht existierte! (Bild über: vintagegal)

 

 

Marianne Kohler Nizamuddin


Marianne Kohler Nizamuddin ist Stylistin und Journalistin. Sie begann ihre Karriere als Textildesignerin und arbeitete in Paris und New York, bevor sie einige Jahre das Moderessort der Zeitschrift «Annabelle» leitete. Heute arbeitet sie in den Bereichen Styling, Creative Direction und Consulting. Zudem ist sie die Autorin von Sweet Home, dem meist gelesenen Interior-Blog der Schweiz, der fünfmal in der Woche auf Tagesanzeiger/Newsnet erscheint. Marianne Kohler Nizamuddin lebt mit ihrem englischen Mann David und ihrem Hündchen Miss C. in Zürich.